„Elterntaxis sind out. Es geht auch anders, natürlich mit Helm“, schreibt der ADFC. ADFC

„Elterntaxis sind out. Es geht auch anders, natürlich mit Helm“, schreibt der ADFC. ADFC

Landkreis 06.09.2019 Von Die Harke

ADFC: Radeln statt Elterntaxi

Verband wirbt dafür, dass bereits Erstklässler mit dem Fahrrad zur Schule fahren sollten

Der ADFC plädiert dafür, dass Eltern mit ihren Kindern bereits frühzeitig das sichere Radfahren im Straßenverkehr üben sollen: „Kinder lernen von ihren Eltern den Umgang mit Verkehrsregeln. Gemeinsam mit den Kindern sollte der richtige Schulweg gefunden werden. Gefahrenstellen lassen sich dadurch aufspüren und Verhaltensregeln besprechen. Kinder lernen so, sich im Straßenverkehr zu orientieren, und werden sicherer.

Das ,Elterntaxi‘ wirkt dem entgegen und führt eher zur Unsicherheit des Kindes im Umgang mit dem Fahrrad im öffentlichen Raum“, heißt es in einer Pressemitteilung. Übung sei dabei wichtig: Sicheres Radfahren im Straßenverkehr setze die Entwicklung vieler Fähigkeiten voraus. Kinder müssten lernen, Gleichgewicht zu halten, Situationen einzuschätzen, zu bremsen und die Spur halten zu können beim Umschauen zum Abbiegen.

Eltern könnten in der Regel gut abschätzen, wann sie sich mit ihrem Sprössling sich in den Verkehr begeben können. Auf dem Schulweg seien Kinder ab der ersten Klasse vom Versicherungsträger, dem Gemeindeunfallversicherungsverband, gegen Wegeunfälle versichert.

Als besondere Sicherheitsmaßnahme empfiehlt der ADFC, Kinder möglichst früh mit einem sicheren Fahrradhelm auszustatten. Die Eltern sollten dabei Vorbild sein. „Der Helm sollte aber auch richtig eingestellt und aufgesetzt werden“, so Berthold Vahlsing, ADFC-Sprecher. „Manchmal hängt der Helm mehr im Nacken des Kindes und ist dann eher gefährlich“, schreibt der Verband und erklärt weiter: „Lassen Sie sich die Einstellung des Helmes vom Fachhändler genau erklären“. Ein Helm müsse sicher anliegen und dürfe beim Fahren nicht verrutschen.

Nach der Straßenverkehrsordnung erhalten Kinder mit dem Fahrrad im Straßenverkehr einen besonderen Schonraum. Bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen sie den Bürgersteig beim Radfahren benutzen, Kinder bis zehn Jahre dürfen ebenfalls auf dem Fußweg fahren, begleitende Eltern ebenfalls.

„Vieles spricht für das Fahren mit dem Rad zur Schule. Lassen Sie sich nicht durch Zeitnot oder Sicherheitsbedenken leiten“, schreibt der Interessenverband. Der Pkw-Verkehr vor den Schulen werde häufig von den Müttern und Vätern selbst verursacht. Entspannter im Unterricht und leistungsfähiger seien nach einer dänischen Studie Kinder, die morgens mit den Eltern oder auch ohne mit dem Fahrrad zur Schule gekommen sind: „In einer Untersuchung in Dänemark haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das Radfahren zur Schule die Konzentrationsfähigkeit von Kindern unterstützt.

An der Universität von Kopenhagen wurde eine Studie mit nahezu 20.000 dänischen Kindern ausgewertet, die das belegt. Durchgeführt wurde ein Test mit fünf- bis 19-jährigen Kindern und Jugendlichen, der besser ausfiel, wenn die Schülerinnen und Schüler vor dem Unterricht Bewegung hatten. Die Konzentrationsfähigkeit nahm um bis zu vier Stunden am Tag zu, so die Untersuchung.“

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Erstellt:
6. September 2019, 21:05 Uhr
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