07.04.2013

ADHS von allen Seiten beleuchtet

Gut besuchte Vortragsreihe ging jetzt zu Ende / Am 15. Mai nächtes Treffen

Von Horst Achtermann

Hoya. Auch der letzte Vortragsabend in der Reihe „ADHS – keine Frage der Erziehung“ war mit über 60 Gästen gut besucht. Zum Thema „Unterstützungsmöglichkeiten“ referierten Sozialpädagogin Sonja Löhmann vom Gesundheitsdienst Landkreis Nienburg, Psychologe Michael Albers, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern beim Landkreis Nienburg, und Petra Kienast, Fachberaterin bei der Landesschulbehörde. Aus der Sicht des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes erläuterte Löhmann Strukturen und Aufgaben der Entwicklungsberatung. „Bei Feststellung einer Abweichung der altersgemäßen Entwicklung durch Familie und Kinderarzt wird von uns der Förderbedarf festgelegt. Dabei spielt der Elternwille für uns eine ganz wichtige Rolle“, sagte Löhmann. Das Ziel sei eine frühe Hilfe, sei es durch heilpädagogische Maßnahmen, Kontakt zu Fachärzten oder Therapeuten.

Michael Albers sprach von „einer mittlerweile hohen Anzahl von ADHS betroffener Kinder mit Problemen im sozialen Umfeld“. Die Kinder seien immer unruhig, haben Schlafprobleme, die Schulleistungen entsprechen nicht den Fähigkeiten, die Kinder fühlen sich missverstanden und haben kaum feste Freunde. Albers stellte aber klar: „Es gibt keine Schuldigen für ADHS.“

Hilfe stehe der ganzen Familie durch Therapie, Hilfen zur Erziehung und Beratung durch Einrichtungen zu. Albers empfahl, die Kosten vorher abzuklopfen – vor allem bei „freien Fachkräften“. Die Beratungsstellen des Landkreises stehen nach Terminabsprachen zur Verfügung, dienstags auch in Hoya. Der Zugang sei kostenfrei. „Handeln Sie nicht, wenn Sie wütend sind, sondern üben Sie Geduld und behalten Sie die Übersicht“, empfahl Petra Kienast von der Landesschulbehörde allen Lehrern und Erziehern im Umgang mit von ADHS betroffenen Kindern. Richtig sei: Die Anstrengungsbereitschaft der Kinder anerkennen. Das beste Lob komme von den Kindern selbst. „ADHS-Kinder lernen nicht über Ohren, sondern mit Augen und eigenem Tun“, betonte Kienast. Sie riet: Dem Bewegungsdrang der Kinder unbedingt durch Spiele Rechnung tragen.

„Mit über 300 Gästen ist unser Vorhaben ,ADHS‘ in den Fokus zu rücken aufgegangen“, zieht Heike Teichmann ein positives Fazit der vierteiligen Vortragsreihe. Das Forum „Interessengemeinschaft ADHS“ trifft sich am 15. Mai um 19.30 Uhr in der Kindertagesstätte „Arche Noah“ in Hoya. Zum Austausch erwartet Teichmann Eltern, Lehrer und Erzieher.

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Erstellt:
7. April 2013, 00:00 Uhr
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