Smurfit Kappa in Hoya. Foto: Stadt Hoya

Smurfit Kappa in Hoya. Foto: Stadt Hoya

Hoya 19.05.2020 Von Die Harke

Abwärme der Produktion heizt Häuser

Stadt Hoya wird in Kooperation mit Smurfit Kappa zu bundesweitem Modellprojekt

Die Stadt Hoya wird gemeinsam mit der Fima Smurfit Kappa Modellkommune des bundesweiten Projekts „Wärmewende“. Innerhalb eines Wettbewerbs setzte man sich gegen 50 andere Städte durch.

Das gemeinsame Projekt „Fernwärme“ soll entstehende Abwärme im Produktionsprozess als Heizenergie in die Gebäude bringen. Das hat die Stadtverwaltung mitgeteilt.

Neben der Stadt Hoya wurden die Städte Hoyerswerda (Sachsen) und Regensburg (Bayern) als Modellkommune ausgezeichnet. Diese Städte werden bei der Umstellung auf eine klimafreundliche Wärmeerzeugung wissenschaftlich und kommunikativ begleitet.

Die Abwärme der Produktion von Smurfit Kappa soll künftig Wohnhäuser beheizen. Foto: Stadt Hoya

Die Abwärme der Produktion von Smurfit Kappa soll künftig Wohnhäuser beheizen. Foto: Stadt Hoya

Im Rahmen des Wettbewerbs „Kommunale Wärmewende“ der Agentur für Erneuerbare Energien und des Fraunhofer Instituts für Energiewirtschaft und Energiesysteme sollen die Kommunen bei deren Wärmeplanung fachlich und kommunikativ begleitet werden. Dazu heißt es: „Kommunen können eine Schlüsselrolle spielen, um eine klimafreundliche Wärmewende zu gestalten. Doch oft fehlen das Wissen und die Praxiserfahrung. Das Projekt „Kommunale Wärmewende“ soll helfen, diese Wissenslücke zu schließen.“

Auswahl lief über Ausschreibungsprozess

Die Auswahl der drei Modellkommunen lief über einen Ausschreibungsprozess, an dem sich circa 50 Kommunen beteiligt haben. Die finale Entscheidung wurde von den Projektpartnern in Zusammenarbeit mit einem Beirat getroffen. Ziel des Auswahlverfahrens war es, drei Kommunen unterschiedlicher Größe und aus verschiedenen Bundesländern zu finden, die sich in verschiedenen Phasen der Wärmewende befinden.

In Kooperation mit Smurfit Kappa hat die Stadt Hoya in diesem Jahr das Projekt „Fernwärme“ gestartet, um die planerischen und technischen Grundlagen für ein Fernwärmenetz zu erarbeiten. „Wir stehen am Beginn eines hoch innovativen und vor allem klimafreundlichen Projektes. Abwärme, die momentan an die Umgebungsluft abgegeben wird, kann mittels eines Fernwärmenetzes für das Beheizen der Gebäude genutzt werden. Trotz der anfänglichen Euphorie ist der Weg bis zum fertigen Netz noch lang. Als Modellkommune können wir nun erst einmal die grundlegende Planung mit Experten aus ganz Deutschland diskutieren“, erläutert Stadtdirektor Detlef Meyer.

Auch für das Unternehmen Smurfit-Kappa sei dieses Projekt eine Herausforderung. So berichtet Werksleiter Andreas Noss: „In Deutschland ist kein Werk von Smurfit Kappa an ein Fernwärmenetz angeschlossen. Das Know-how für dieses Projekt muss erst entstehen. Die Ableitung der Wärme, der Wärmetausch sowie die Erstellung eines Übergabepunktes sind die Herausforderungen des Unternehmens.“

Mit einem Fernwärmenetz könnte eine Vielzahl von Privathaushalten, Gewerbe, Industrie und öffentlichen Einrichtungen versorgt werden.

www.waermewende.de

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Erstellt:
19. Mai 2020, 19:35 Uhr
Lesedauer:
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