Ackerlandpreise steigen

Gutachterausschuss beschließt aktuelle Bodenrichtwertermittlung

Landkreis (sg). Ackerland ist knapp und wird im Landkreis Nienburg immer teurer. Das ist die Quintessenz aus der Bodenrichtwertermittlung, die der Gutachterausschuss Sulingen des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) jetzt beschlossen hat.

Für die Vorbereitung der Bodenrichtwertermittlung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen in den Landkreisen Nienburg und Diepholz werteten die 33 ehrenamtlichen Gutachter insgesamt rund 1 100 Kaufverträge über landwirtschaftliche Grundstücke aus.

Die Bodenrichtwerte werden als Bodenrichtwertinformationssystem (BORIS) im Internet auf der Seite www.gag.niedersachsen.de veröffentlicht. Allerdings wird diese Internetanwendung voraussichtlich erst im März für die Öffentlichkeit frei geschaltet. Aufgrund der starken Preisentwicklung informierte Gerd Ruzyzka-Schwob, Vorsitzender des Gutachterausschusses, bereits jetzt über die neue Bodenrichtwertkarte für landwirtschaftliche Flächen.

Im Landkreis Nienburg übersteigt die Nachfrage nach Ackerland das Angebot. Das führte gegenüber dem Vorjahr zu Preissteigerungen von 12 bis 19 Prozent. Grünland ist um etwa sechs Prozent im Wert gestiegen.

Die höchsten Ackerlandrichtwerte sind in der Wesermarsch um Stolzenau mit 3,40 Euro pro Quadratmeter gegenüber 2,80 Euro je Quadratmeter im Vorjahr zu finden. Im westlichen Teil des Landkreises liegt das Wertniveau zwischen zwei Euro je Quadratmeter im Geestbereich um Liebenau und 2,80 Euro im Raum Hoyerhagen. Die Werte sind damit bis zu 80 Cent je Quadratmeter höher als im Vorjahr.

Im östlichen Kreisgebiet um Rehburg, Steimbke und Eystrup sind die Bodenwerte für Ackerland mit 1,20 Euro je Quadratmeter (in Rehburg) und bis zu 2,30 Euro pro Quadratmeter (in Steimbke) noch relativ günstig. Sie sind hier um 30 bis 50 Cent gestiegen.

In der Summe aller Ackerflächen im Landkreis Nienburg ist der Wert des Ackers um insgesamt 326 Millionen Euro auf aktuell 1,714 Milliarden Euro gestiegen.

Der Durchschnittspreis lag 2012 bei 2,10 Euro je Quadratmeter gegenüber 1,72 Euro im Vorjahr und 1,39 Euro (in 2010).

Die höchsten Grünlandrichtwerte mit 1,20 Euro pro Quadratmeter findet man in Nienburg und Stolzenau. Am günstigsten ist Grünland in Lichtenmoor mit 70 Cent.

Die Grünlandrichtwerte sind um 10 bis 20 Cent erhöht worden. Hieraus ergibt sich ein weiterer Wertzuwachs von 18 Millionen Euro.

Flächendeckend hat der Gutachterausschuss zum zweiten Mal im Landkreis Nienburg auch die Bodenrichtwerte für forstwirtschaftliche Flächen ohne Baumbestand ermittelt. Sie betragen hier 40 Cent je Quadratmeter.

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Erstellt:
13. Januar 2013, 00:00 Uhr
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