Äbtissin Bärbel Görcke mit Gisela Deller, Leiterin des Seniorentreffs. Museum Nienburg

Äbtissin Bärbel Görcke mit Gisela Deller, Leiterin des Seniorentreffs. Museum Nienburg

Nienburg 22.06.2017 Von Die Harke

Äbtissin besuchte Seniorentreff

Auch in der nächsten Sonderausstellung geht es um Klöster

Beim jüngsten Seniorentreff im [DATENBANK=1633]Museum Nienburg[/DATENBANK] stand das Zisterzienserinnenkloster Mariensee im Mittelpunkt. Hier leben seit über 800 Jahren Frauen in geistlicher Gemeinschaft zusammen. Neben dem Gottesdienst stehen Losungen, Meditation, Stille und Gesang im Lebensmittelpunkt. Es besteht daneben ein Bildungsauftrag, in dem klösterliche Kulturtechniken vermittelt werden. Die Teilnehmer des Seniorentreffs waren sich alle einig: Der Vortrag von Äbtissin Bärbel Görcke war spannend und informativ. Die Äbtissin nahm ihre Zuhörerschaft mit auf eine Reise zur Gründungszeit des Klosters, und anschließend spannte sie den Bogen bis in die Gegenwart. Das Kloster Mariensee wurde 1215 von Graf Bernhard II. von Wölpe gegründet. Die schlichte, helle Klosterkirche, die noch aus der Gründungszeit erhalten ist, und das mächtige Geviert des Konventsgebäudes, die Architektur des Kreuzganges und die üppige Pracht der blühenden Gärten – Gegensätze, die von der wechselhaften Geschichte des Klosters erzählen und gleichzeitig große Ruhe ausstrahlen.

Am 17. April wurde die Äbtissin Odilie von Ahlden in die Reihe „frauenORTE Niedersachsen“ aufgenommen. Odilie von Ahlden war 1512 zur Vorsteherin des Klosters Mariensee gewählt worden. Nachdem die Ordensregeln an Geltung verloren hatten, war der Konvent nach 1455 zu disziplinierter Gemeinschaft und intensivem Gottesdienst zurückgekehrt. Die Äbtissin verlieh der Reform entscheidende Impulse und belebte das tägliche Stundengebet neu.

Außerdem stand das Gebetbuch der Äbtissin Odilie von Ahlden, vollendet 1522, im Mittelpunkt des Vortrags. Es ist eine Sammlung liturgischer Texte, die auch nach Annahme der Reformation genutzt wurde und von religiösem Selbstbewusstsein zeugt. Das Buch ist im Museum des Klosters Mariensee ausgestellt und enthält neben Gebeten auch gesundheitliche Ratschläge.

Im Zuge der Reformation wurde das Kloster evangelisch. 1543 erließ Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg eine evangelische Kirchen- und Klosterordnung für das Fürstentum Calenberg-Göttingen. Die Klöster, so auch Mariensee, bestanden als evangelische Einrichtungen weiter.

Heute leben noch acht Konventualinnen im Kloster. Mit diesem Vortrag hat der Seniorentreff den inhaltlichen Schwerpunkt des Museums in der zweiten Jahreshälfte eingeleitet. Am 17. August eröffnet die große Sonderausstellung „Heillose Möncherey – Das Schicksal der Klöster während der Reformation“ im Museum Nienburg.

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Erstellt:
22. Juni 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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