Begutachten das Wildschwein (von links): Dr. Christiane Mamarvar (Landkreis Nienburg), Dr. Rebekka Fuhrmann (Landkreis Nienburg), Hubert Wichmann (Forstamt Nienburg), Dr. Kay Schimansky (Landkreis Nienburg), Claus Reimann (Revierförsterei Rehburg), Anne Brauer (Landkreis Nienburg) und Marcus Büsching (Landkreis Nienburg). Fotos: Landkreis Nienburg

Begutachten das Wildschwein (von links): Dr. Christiane Mamarvar (Landkreis Nienburg), Dr. Rebekka Fuhrmann (Landkreis Nienburg), Hubert Wichmann (Forstamt Nienburg), Dr. Kay Schimansky (Landkreis Nienburg), Claus Reimann (Revierförsterei Rehburg), Anne Brauer (Landkreis Nienburg) und Marcus Büsching (Landkreis Nienburg). Fotos: Landkreis Nienburg

Landkreis 09.02.2020 Von Die Harke

Afrikanische Schweinepest kommt näher

Veterinär- und Forstamt übten den Umgang mit verendeten Wildschweinen in Rehburg

Die Afrikanische Schweinepest, kurz ASP, rückt immer näher an die deutsche Grenze heran. Bedrohlich für die Bundesrepublik ist die Lage in Polen. Dort wurde kürzlich ein ASP-infiziertes Wildschwein nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt gefunden.

Für den Fall, dass die ASP künftig auch den Landkreis Nienburg erreichen sollte, hat der Fachbereich Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Nienburg in Kooperation mit dem Forstamt Nienburg der Niedersächsischen Landesforsten nun die Bergung von Schwarzwild unter Praxisbedingungen geübt.

Das tote Wildschwein wurde in einen speziellen Kadaversack verbracht.

Das tote Wildschwein wurde in einen speziellen Kadaversack verbracht.

„Die ASP ist eine für Menschen ungefährliche Viruserkrankung. Ausschließlich Haus- und Wildschweine können sich infizieren. Andere Tierarten, wie Hunde oder Katzen, sind nicht empfänglich. Eine Übertragung durch Kleidung, Gegenstände und Fahrzeuge ist möglich, sofern diese mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Ein Ausbruch der ASP in Deutschland würde zu verheerenden wirtschaftlichen Einbußen in der heimischen Landwirtschaft führen“, heißt es vom Landkreis. Die eingesetzten Tiere waren zuvor ausschließlich bei Unfällen ums Leben gekommen.

Das Übungsszenario: Das Forstamt Nienburg hatte ein verdendetes Wildschein mit Verdacht auf ASP im Wald bei Rehburg entdeckt und die Koordinaten an das Veterinärmat übermittelt. Der Bergungstrupp bestand aus Dr. Christiane Mamarvar, Veterinärin beim Landkreis, sowie den Landkreis-Mitarbeitern Marcus Büsching und Christoph Tilch.

Dr. Kay Schimansky, Leiter des Fachbereichs Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung, Hubert Wichmann vom Forstamt Nienburg, Claus Reimann von der Revierförsterei Rehburg, Dr. Rebekka Fuhrmann, Veterinärin beim Landkreis, und Anne Brauer, Tiermedizinstudentin, fungierten als Beobachter.

Bevor von dem Tier im Dickicht eine Blutprobe gezogen werden konnte, waren aus Sicherheitsgründen unter anderem Schutzanzüge anzuziehen. „Um möglichst sicher bei einem potenziell infizierten Tier die Weiterverbreitung von ASP-Viren zu verhindern, ist es erforderlich, das Tier umgehend in einen eigens dafür vorgesehenen verschließbaren Kadaversack aus speziellem Kunststoff zu verbringen und diesen äußerlich zu desinfizieren,“, hieß es vom Landkreis weiter. Auch ein zweites Wildschwein war fachgerecht zu bergen.

Dr. Schimansky betonte nach der Übung: „Wir haben den Ernstfall geprobt und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Mit diesem Praxistest konnten wir uns besser auf eine mögliche Afrikanische Schweinepest vorbereiten, um im Bedarfsfall weitere Bergungstrupps zu schulen.“

Passanten, die beispielsweise am Straßenrand ein Wildschwein als Fallwild entdecken, sollten dieses nicht berühren. Der Kontakt eines Hundes mit dem Wildschwein ist ebenfalls zu vermeiden, um eine mögliche Weiterverbreitung von Krankheitserregern zu verhindern.

Der Fachbereich Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung bittet vor dem Hintergrund der ASP darum, beim Auffinden eines Wildschweinkadavers sofort den Landkreis zu informieren. Hierzu kann der Notruf 110 gewählt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, sich direkt an das Veterinäramt unter Telefon (05021)967113, zu wenden.

Darüber hinaus appelliert der Landkreis Nienburg an alle Schweinehalter, besonders an die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen zu denken.

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Erstellt:
9. Februar 2020, 17:10 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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