Der Austausch war intensiv. Büro Völlers

Der Austausch war intensiv. Büro Völlers

Nienburg 09.07.2019 Von Die Harke

Akademisierung begrüßt

Hebammen berichten Marja-Liisa Völlers von ihrem Beruf

Auf Einladung der heimischen Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers (SPD) kamen Hebammen und aktive Bürgerinnen im Landkreis Nienburg zu einem Runden Tischen zusammen. Sie berichteten über die vielen Seiten und Herausforderungen ihres Berufes. Völlers fordert mehr Anerkennung, mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen. In dem offenen Gespräch konnte sich Völlers ein gutes Bild der aktuellen Situation der Hebammen machen. Ihr wurde bestätigt, dass die Geburtshilfe sich bundesweit wie auch im Landkreis Nienburg in einer schwierigen Situation befindet: Es gibt zu wenige Geburtsorte, der Landkreis Nienburg besitzt lediglich eine Entbindungsstation.

Die Hebammen berichteten, dass bundesweit immer mehr Kolleginnen und Kollegen durch die schwerwiegenden und strukturellen Beeinträchtigungen aus dem Beruf gedrängt werden. Die Arbeitssituation der Hebammen hat sich durch ständige Reformen stark verändert. Sie arbeiten oft für einen Stundenlohn unterhalb des Existenzminimums und haben eine gesetzliche Rentenversicherungspflicht mit ungewöhnlich hohen Sätzen. Es gibt keine Anerkennung von gesammelter Berufserfahrung und oft entsteht der Eindruck, dass Geburten möglichst „wirtschaftlich“ ablaufen sollen – also kürzere Geburten, weniger Geburtsstätten und mehr Geld für Krankenhäuser. Neben heimischen Hebammen berichtete Myriam Stegemann, Leiterin der Frauen- und Mädchenberatungsstelle in Nienburg von ihren Erfahrungen zum Thema „Gewalt bei der Geburt“. Unzählige Frauen seien von den Geburten ihrer Kinder traumatisiert und suchten danach Hilfe bei ihrer Beratungsstelle. Diese Erlebnisse übertrügen sich auf die Mutter-Kind-Beziehung und führten dazu, dass viele Frauen kein weiteres Kind mehr bekommen wollen.

„Die Hebammen üben eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit aus“, betont Völlers. „Wir müssen zu allererst dafür sorgen, dass Hebammen anständig für ihre Arbeit vergütet werden. Dennoch ist klar, dass die Probleme mit Geld allein nicht zu lösen sind. Die Akademisierung des Hebammenberufes ist hier ein begrüßenswerter erster Schritt. Hebammen müssen aber auch während der Entbindung von den anwesenden Ärzten im Kreissaal ernst genommen werden und ihre Arbeit in Ruhe vollziehen können. Sie leisten unwahrscheinlich viel Arbeit, ganz egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit und haben selber kaum Möglichkeit, die Erlebnisse zu reflektieren oder zu verarbeiten. Dennoch lieben sie ihren Beruf, dem von der Gesellschaft und insbesondere von den werdenden Eltern viel Wertschätzung entgegengebracht wird. Daher unterstütze ich es, wenn die Hebammen sich organisieren und auf ihre Themen aufmerksam machen.“

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Erstellt:
9. Juli 2019, 12:03 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

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