Geballte Ladung Kompetenz in Sachen Moor-Perspektiven: Frank Schmädeke (LWK) (von links), Anke Nordt (GMC), Dr. René Krawcynski (IFWL), Prof. Thomas Weith (ZALF), Friedhelm Niemeyer (BUND), Jessica Meißner (DVL), Prof. Jutta Zeitz (HU Berlin), Jan Teerling (Schäferhof Teerling), Heinrich Belting (NLWKN), Josef Gramann (Gramoflor), Detlef Tänzer (Landkreis Diepholz). Scheland

Geballte Ladung Kompetenz in Sachen Moor-Perspektiven: Frank Schmädeke (LWK) (von links), Anke Nordt (GMC), Dr. René Krawcynski (IFWL), Prof. Thomas Weith (ZALF), Friedhelm Niemeyer (BUND), Jessica Meißner (DVL), Prof. Jutta Zeitz (HU Berlin), Jan Teerling (Schäferhof Teerling), Heinrich Belting (NLWKN), Josef Gramann (Gramoflor), Detlef Tänzer (Landkreis Diepholz). Scheland

Südkreis/Wagenfeld 02.05.2017 Von Die Harke

Akteure zum Thema Moor vernetzen

Wie unterschiedliche Interessen der Nutzer miteinander vereinbaren?

Es gibt aktuell nur wenig Landnutzungsformen, die so kontrovers diskutiert werden wie der Umgang mit Hoch- und Niedermoorstandorten. Weil das so ist, hatte Jessica K. Meißner vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL), Landesbüro Moor und Klima, gemeinsam mit dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) den Workshop „Perspektiven für Moore – Schutz und Nutzung für ein nachhaltiges Landmanagement“ organisiert, um die wichtigsten Akteure zum Thema Moore zu vernetzen. Die Referenten präsentierten während der Ganztagsveranstaltung in den „Moorwelten“ in Wagenfeld-Ströhen durchaus erfolgversprechende Lösungsvorschläge vor und betonten, dass bei der Umsetzung nur ein ganzheitlicher, angepasster und gemeinsamer Ansatz zielführend sei. „Wir müssen im Dialog bleiben“, resümierte Detlef Tänzer, Leiter des Fachdienstes Kreisentwicklung beim Landkreis Diepholz. Er hatte eingangs über „Regionale Moorentwicklung – aktuelle Entwicklungen und Ziele“ gesprochen.

Über 3.600 Hektar Moorflächen befänden sich im Besitz des Landkreises, von denen rund 2.500 Hektar zur Bewirtschaftung an Landwirte weiterverpachtet seien. „Die regionale Bedeutung von organischen Böden ist in der Diepholzer Moorniederung gegeben, sie sollten aber auch angepasst bewirtschaftet werden“, merkte Tänzer an und forderte: „Um alles unter einen Hut zu bringen, bedarf es eines nachhaltigen Landmanagements. Landwirte mit Weidetierhaltung brauchen die Moorrandflächen.“

Als wichtigstes Ziel der Veranstaltung nannte Meißner eine Vernetzung aller Beteiligten, gemeinsam zu diskutieren und an der Weiterentwicklung von Mooren zusammen zu arbeiten. „Moorschutz, Entwicklung, Nutzung und Vereinbarkeit müssen auf einen Nenner gebracht werden“, forderte sie. Lob hatte sie für die regionale Initiative aus Schäfereien, Landvolkverband, [DATENBANK=1426]BUND[/DATENBANK], Landkreis und Gemeinden parat: „Die Interessengruppen arbeiten hier super zusammen.“

Bei der Podiumsdiskussion mit Teilnehmern aus Landwirtschaft, Naturschutz und Torfindustrie machten die Redner deutlich, dass es für den Schutz und die Nutzung von Mooren sehr wohl Perspektiven gebe und vieles möglich sei, dafür aber in der Politik beispielsweise für die Schafbeweidung und den Anbau von Paludikulturen die Weichen gestellt werden müssten.

„Die unterschiedlichen Interessen müssen verquickt werden, damit alle etwas davon haben“, war der Grundtenor. Dass für die Realisierung von Maßnahmen viel Geld in die Hand genommen werden muss, sahen die Redner nur als geringes Übel: „Es gibt ja eine große Bandbreite an Fördermöglichkeiten.“ Es müsse ein stimmiges Gesamtkonzept mit passendem Kosten-Nutzen-Verhältnis her, waren sich alle einig. Und auch darüber, dass der Landschaftspflegeverband, der vor Ort gegründet werden soll, die Region in vielerlei Hinsicht unterstützen könne.

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Erstellt:
2. Mai 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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