Auch in Corona-Zeiten werden „Sternenfahrten“ ermöglicht.Foto: ASN

Auch in Corona-Zeiten werden „Sternenfahrten“ ermöglicht. Foto: ASN

Bücken 18.04.2021 Von Die Harke

Aktion in schwierigen Zeiten

„Helping Angels Gotha“ und ASN erfüllen mit einer „Sternfahrt“ besonderen Wunsch

Der Ambulance-Service-Nord (ASN), der nun Stück für Stück seine neue Unterkunft in Bücken bezieht, bietet „Sternenfahrten“ an. Bei diesen Fahrten werden Palliativpatienten mobilisiert, einen Herzenswunsch zu äußern und einen Herzensort zu besuchen.

Seit März vergangenen Jahres führen die „Sternenfahrten“ oft aus einem Hospiz oder von der Palliativstation nur noch einmal nach Hause, um einige Stunden mit den Liebsten zu verbringen. „Vorher waren es eher Ausflüge an die Nordsee oder andere Orte, wo auch häufiger darüber berichtet wurde“, erzählt Frank Hupe, der als Vorsitzender des Ambulance-Service-Nord (ASN) tätig ist. Er betonte, dass aufgrund der Wünsche der vergangenen zwölf Monate und der sehr persönlichen Atmosphäre auf Berichte über die Besuche verzichtet wurde. „Es sind nicht viel weniger Sternenfahrten gewesen, sie sind nur anders.“

Daher freut sich Hupe, nun mal eine große Aufgabe gemeistert zu haben: Am vergangenen Samstag hat der Verein gemeinsam mit dem befreundeten Verein „Helping Angels Gotha“ , einer Dame und ihrer Familie einen Herzenswunsch erfüllt. Frank Hupe: „Als uns vor zwei Wochen der Wunsch erreicht hat, hätten wir die Umsetzung nie für möglich gehalten. Versuchen wollten wir es aber trotzdem.“ Der Pflegedienst „Haus der Begegnung“ hatte eine Patientin in einem sehr fortgeschritten Krankheitsstadium. Diese Dame hatte den Wunsch, aus Dedendorf in die Heimat nach Katovice in Polen zu Verwandten zu gelangen.

„In Zeiten der Pandemie schien das fast unmöglich bei den ganzen Verordnungen.“ Doch der Wunsch der Dame sollte in Erfüllung gehen. Aufgrund der Entfernung und einer gewissen Routenführung war dem ASN schnell klar, dass dieser Wunsch nicht alleine gestemmt werden kann. Und so wurde der Verein aus Gotha mit ins Boot geholt. Nach vielen Telefonaten mit Landesgesundheitsämtern, regionalen Gesundheitsämtern, der Bundespolizei aber auch dem Verein aus Gotha stand der Tour nichts mehr im Wege. Am Samstag gegen 7:30 Uhr startete das Fahrzeug nach Dedendorf.

Auf dem Weg wurde das Wetter immer schlechter, und auch bei der Weiterfahrt nach Gotha änderte sich das nicht. Nach Übergabe der Patientin an einer überdachten Tankstelle an die „Helping Angels Gotha“ wurde von dort aus der letzte Abschnitt gefahren. Am Abend wurde die Dame in die Obhut der Familie übergeben und von der Enkelin empfangen. Erst um 3.15 Uhr wurde das Fahrzeug wieder in der heimischen Halle abgestellt. Heute lächelt Frank Hupe ein wenig wenn er von diesem Wunsch erzählt, aber er gibt auch zu, dass die Anspannung sehr groß gewesen sei. Er möchte sich bei allen Beteiligten und Behörden bedanken und freut sich, dass diese Tour trotz der Pandemie auf Gehör und Hilfe gestoßen ist.

„Besonders in solch schwierigen Zeiten wie diesen, ist dieser erfüllte Wunsch ein besonderer für uns.“ Schließlich habe die Pandemie auch den Ambulance-Service-Nord (ASN) getroffen, der auch einige Veränderungen und Einschnitte hinnehmen musste. „Wir hoffen sehr, dass es bald eine andere Normalität geben wird und wir auch wieder das Vertrauen in die Spendenbereitschaft wächst“, sagte Hupe. Zum Abschluss möchte er sich besonders bei den Unterstützern und Spendern bedanken, ohne die diese Tour und die anderen niemals möglich gewesen wären.

Weitere Informationen zum Thema „Sternenfahrten“, Erste Hilfe aber auch über die Möglichkeiten zur Unterstützung findet man unter www.asnev.de.

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Erstellt:
18. April 2021, 17:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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