Mario Hotze ist Kreisjugendfeuerwehrwart und arbeitet hauptberuflich als Elektriker beim Kreisverband für Wasserwirtschaft. Er investiert nach eigenen Worten rund 1200 Stunden jährlich in den Jugendbereich zuzüglich regulärer Einsätze. Der Arbeitgeber trägt das mit. Hotze appelliert an andere Arbeitgeber und verdeutlicht, dass ohne deren Unterstützung die Feuerwehren „gekniffen“ wären. Heckmann

Mario Hotze ist Kreisjugendfeuerwehrwart und arbeitet hauptberuflich als Elektriker beim Kreisverband für Wasserwirtschaft. Er investiert nach eigenen Worten rund 1200 Stunden jährlich in den Jugendbereich zuzüglich regulärer Einsätze. Der Arbeitgeber trägt das mit. Hotze appelliert an andere Arbeitgeber und verdeutlicht, dass ohne deren Unterstützung die Feuerwehren „gekniffen“ wären. Heckmann

Landkreis 03.08.2019 Von Die Harke

Akzeptanz muss noch wachsen

Mario Hotze berichtet über das Spannungsfeld von Feuerwehr und Arbeitsplatz

Hohe Temperaturen und anhaltende Trockenheit: Wenn andere bei diesem Wetter entspannt mit Freunden ein Bierchen zischen und sich auf das Grillsteak freuen, stehen Feuerwehrleute unter einer gewissen Grundanspannung. Jederzeit kann der Alarm kommen, und dann geht es um Sekunden, heißt es in einer Mitteilung des Kreisverbands für Wasserwirtschaft. Dass die Feuerwehr im Ernstfall schnell und kompetent helfe, setze jeder voraus. Doch mit dem viel gelobten persönlichen Engagement des Einzelnen sei es nicht getan. Mario Hotze ist Feuerwehrmann. Er sagt: „Wenn die Arbeitgeber nicht mitspielen, hat die Feuerwehr verloren!“

Der 41-Jährige sei ein Paradebeispiel für einen engagierten „Blaurock“. Beruflich Elektriker beim Kreisverband für Wasserwirtschaft, sei er aktiv in seiner Heimatwehr Buchhorst-Behlingen-Mehlbergen, im Fall der Fälle fahre er mit der für seinen Arbeitsplatz zuständigen Feuerwehr Lemke zum Einsatz, und schließlich ist er auch Kreisjugendfeuerwehrwart.

In die Jugendarbeit der Wehren investiert Mario Hotze nach eigener Schätzung rund 1200 Stunden im Jahr. Schwerpunkt sei dabei das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager – mit um die 1200 Teilnehmern seit Jahrzehnten eine feste Größe im Landkreis. Hinzu kämen jährlich zehn bis zwölf Einsätze von jeweils drei bis fünf Stunden Dauer. Nicht berücksichtigt seien die Zeiten für Fort- und Weiterbildungen.

„Für einen Arbeitgeber klingt das erstmal nicht sehr verlockend“, weiß Mario Hotze. „Aber wenn man sich mit den Kollegen einig ist und alle Seiten flexibel sind, kann man Lösungen finden.“ Beim Kreisverband für Wasserwirtschaft schätze man den Einsatz der Feuerwehren für die Gemeinschaft und sei entsprechend offen für sein Engagement. Mario Hotze ist dort auch nicht der einzige Feuerwehrmann.

„Natürlich will ich meine Arbeit trotzdem schaffen. Ich will ja nicht, dass alles an den Kollegen hängenbleibt“, sagt Hotze. Und mit besagten Kollegen habe es nie Probleme gegeben, wenn er zum Einsatz und ein anderer einspringen muss. Denn die Kollegen wüssten zum Teil selbst genau, um was es gehe: „Einer war jahrelang Kreisbereitschaftsleiter beim DRK, der andere ist selbst Feuerwehrmann.“

„Mein Arbeitgeber steht voll hinter mir“, lobt Mario Hotze den Kreisverband. „Auch der Chef selbst. Als im vergangenen Jahr wegen der Waldbrände die Unterstützungsanfrage aus Schweden kam, konnte ich eine halbe Stunde später schon los!“

Gaylord Kurre, Geschäftsführer des Kreisverbands für Wasserwirtschaft, geht recht pragmatisch mit dem Thema „Arbeitgeber und Feuerwehren“ um: „Wenn‘s zuhause oder im Betrieb brennt, oder wenn man selbst oder ein Angehöriger einen schweren Verkehrsunfall hat, braucht man die Feuerwehr. Das kann jeden treffen. Außerdem kann es auch nicht schaden, ein aktives Mitglied der Wehr im Betrieb zu haben.“

Dass sich Mario Hotze vor allem im Jugendbereich der Wehren engagiere, findet Kreisverbandschef Kurre gut: „Bei den Feuerwehren lernen junge Leute Teamwork. Sie können zusammen schaffen, woran der Einzelne scheitert. Und sie lernen durchzuhalten bis zum Ziel. Das sind Eigenschaften, die auch jeder Arbeitgeber in seinem Betrieb schätzt.“

Jahrelang hätten die Feuerwehren dennoch Probleme, Arbeitgeber für ihre Sache zu gewinnen. Doch langsam, sagt Mario Hotze, wachse die Akzeptanz. „Zum Glück. Wir brauchen nicht nur den Einsatz der einzelnen Aktiven. Wir brauchen auch die Arbeitgeber.“

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Erstellt:
3. August 2019, 11:04 Uhr
Lesedauer:
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