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Landkreis 03.11.2019 Von Philipp Keßler

Alle Trainer sind noch da

Es gibt Amateur-Fußballer im Kreis Nienburg, die dürfen sich glücklich schätzen, wenn sie von ihrem Verein einmal pro Saison ein paar neue Fußballschuhe bezahlt bekommen. Hier und da, so munkelt man, werden den Kickern sogar ein paar Euros gezahlt – vielleicht sind es aber auch nur Gerüchte. Der Unterschied zu den Profis zeigt sich hier am deutlichsten: auf dem Konto. 1,4 Millionen Euro verdient der Durchschnittsspieler in der Bundesliga.

Manchmal liegen die Unterschiede zwischen Bundes- und Kreisliga aber gar nicht so weit auseinander. Zum Beispiel aktuell in der Trainerfrage. Sowohl im nationalen Oberhaus wie auch dem im Kreis wurde in dieser Saison noch kein einziger Coach rausgeworfen. In Worten: Null Rauswürfe! In der ersten Liga gab es das das letzte Mal in der Saison 1999/2000. Damals wurde Jörg Berger am 19. Dezember 1999 nach dem 17. Spieltag bei Eintracht Frankfurt entlassen und durch Felix Magath ersetzt.

Potenzielle Kandidaten, die in absehbarer Zeit ihren Hut nehmen müssen, gibt es jedoch reichlich. Vor allem bei den Topklubs Bayern München und Borussia Dortmund schwanken Niko Kovac und Lucien Favre gewaltig. Dabei müssten sich im Grunde beide jeweils beim anderen bedanken. Würden die Bayern so souverän punkten wie beispielsweise 2015, wäre Favre längst Dortmunder Geschichte. Wäre der BVB solider Tabellenführer, stünde an der Säbener Straße schon längst ein neuer Übungsleiter auf der Matte.

Auch hier im Kreis spiegelt sich aktuell ähnliches wider. Kurze Erinnerung: In der zurückliegenden Spielzeit in der Kreisliga hatten sieben Vereine im Jahresverlauf ihren Coach ausgetauscht oder er trat zurück. Zu diesem Zeitpunkt mussten mit Dittmar Schönbeck (Loccum, 15.09.2018) und Jörg Golembiewski (Oyle, 26.10.2018) schon zwei Trainer ihren Posten räumen.

Jeder kann jeden schlagen – das gilt aktuell nicht nur in der Bundesliga, sondern eben auch in der Kreisliga. Woche für Woche reiben sich die Fußball-Begeisterten entlang der Mittelweser verdutzt die Augen, wenn wieder überraschende Ergebnisse auftauchen und kleine Kreisliga-Wunder geschehen. Somit sind Profi- und Amateurfußball aktuell so spannend wie schon lange nicht mehr – und diese Situation retten manch einem Coaches den Job.

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Erstellt:
3. November 2019, 07:17 Uhr
Lesedauer:
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