Die Baumhöhe ist ein wichtiger Weiser für das Wachstum eines Waldbestandes. Foto: Landesforsten

Die Baumhöhe ist ein wichtiger Weiser für das Wachstum eines Waldbestandes. Foto: Landesforsten

Landkreis 18.12.2019 Von Die Harke

Alle zehn Jahre werden die Bäume gezählt

Waldinventur im Bereich des Forstamtes Nienburg

Alle zehn Jahre werden die Wälder der 24 Forstämter der Niedersächsischen Landesforsten intensiv unter die Lupe genommen.

Hendrik Plate ist als einer von fünf Forstexperten im Auftrag des Niedersächsischen Forstplanungsamtes in Wolfenbüttel derzeit im Forstamt Nienburg unterwegs, um den Zustand der Wälder zu erfassen.

„Wir bekommen eine kritische Bewertung unserer Arbeit im Wald der letzten zehn Jahre und - viel wichtiger - die Waldbehandlung in den kommenden zehn Jahren wird für jeden einzelnen Waldbestand festgelegt“, so Forstamtsleiter Henning Schmidtke.

„Das betrifft nicht nur die nachhaltig nutzbare Holzmenge, sondern auch die notwendige Waldpflege und den Nachwuchs, sei es über natürliche Verjüngung, Pflanzung oder Saat.“

Bis Anfang nächsten Jahres durchstreifen die Forstfachleute jeden Waldbestand, um anschließend die erhobenen Daten auszuwerten und im Dialog mit den Nienburger Förstern die Leitlinie für die kommenden zehn Jahre zu erarbeiten.

Davor waren bereits zwei Biotopkartierer in den Naturschutzgebieten des Forstamtes im Einsatz. Deren Erfassungen fließen in die Bewirtschaftungsplanung für die Naturschutzgebiete mit ein. Im kommenden Jahr werden die Ergebnisse für das Forstamt dann vorgestellt.

Wenn Hendrik Plate, der vor einem Jahr sein Forst-Referendariat abgeschlossen hat und sofort von den Landesforsten eingestellt wurde, in den Wald zieht, ist ein tragbarer Computer und ein umfangreicher Ordner mit Erfassungsbögen stets dabei.

„Wir schauen zunächst, wie sich der Wald in den letzten zehn Jahren entwickelt hat, und dokumentieren zum Beispiel die Mischung der Baumarten, weisen aber auch auf Mängel in der Pflege hin, was allerdings selten vorkommt“, so Plate.

„Wir dokumentieren auch wo Wildverbiss den Waldnachwuchs schädigt und planen die mögliche Holznutzung für die nächsten Jahre genauso wie pflegende Eingriffe im Wald und die Pflanzung verschiedener Baumarten um den Waldumbau zu stabilerem Mischwald zu erreichen.“

Dabei muss auch schon mal die Höhe der Waldbäume oder der Durchmesser überprüft werden, damit den Revierförstern ein stimmiges Zahlenwerk für die tägliche Arbeit an die Hand gegeben wird.

Im Ergebnis wird in einigen Monaten feststehen, wieviel Waldpflege und wieviel Saaten oder Pflanzungen in den Revieren erfolgen sollen und wieviel Holz von welchen Baumarten genutzt und vermarktet werden kann.

Erstmals werden in Nienburg für die Wälder die Leitlinien der Landesforsten zur klimaangepassten Baumartenwahl angewandt. Dabei wird für jeden Waldboden das Risiko für sommerlichen Trockenstress bewertet. Besonders die Fichte wird dadurch in den Wäldern des Forstamtes an Fläche verlieren.

„Bereits seit rund 200 Jahren wird in den staatlichen Wäldern im zehnjährigen Turnus eine Waldinventur durchgeführt. Obwohl die wissenschaftlichen Grundlagen dafür immer komplexer werden, ist das Ziel, die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder zu sichern, geblieben. Im Jahr 2030 wird Hendrik Plate vielleicht wieder nach Nienburg kommen und die Ergebnisse seiner heutigen Planungen bewerten“, heißt es abschließend von den Landesforsten.

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Erstellt:
18. Dezember 2019, 11:49 Uhr
Lesedauer:
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