Aktuell gibt es den Alleinerziehenden-Stammtisch online. Foto: Familienzentrum

Aktuell gibt es den Alleinerziehenden-Stammtisch online. Foto: Familienzentrum

Nienburg 01.02.2021 Von Die Harke

Alleinerziehenden-Café ist online

Austausch ist auch und gerade während der Pandemie wichtig

Die aktuelle Situation mit Kontaktbeschränkungen und Schul- sowie Kitaschließungen stellt besonders Alleinerziehende vor große Herausforderungen. Für sie ist es größtenteils unmöglich geworden, zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten oder Unterstützung durch Familie, Freunde oder Bekannte in Anspruch zu nehmen.

„Für Alleinerziehende sind solche Netzwerke allerdings sehr wichtig und sie dürfen nicht sozial isoliert werden“, schreibt der VAMV Niedersachsen (Verband alleinerziehender Mütter und Väter) in einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten Stephan Weil.

„Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Formate wie das im Landkreis inzwischen etablierte Alleinerziehenden-Café nicht ersatzlos gestrichen werden“ erklärt Katrin Fedler, Leiterin Beratung und Coaching der Koordinierungsstelle „frau+wirtschaft“ im Landkreis Nienburg. Gemeinsam mit Susanne Reinert vom Familienzentrum St. Michael und Mirja Kleuker, der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, wurde ein Online-Alleinerziehenden-Stammtisch konzipiert.

Format wird auch in 2021 weitergeführt

Nach dem ersten Treffen im Dezember wird das Format auch in 2021 weitergeführt. „Wir haben uns am Freitag mit Tee und Sekt zusammengesetzt und ausgetauscht“, erzählt Susanne Reinert. Durch vorbereitete Impulse kamen die Frauen ins Erzählen und berichteten, wie sie mit der Situation umgehen und was sie gerade so richtig nervt. „Es hilft zu hören, dass es allen gerade schwerfällt und man nicht die Einzige ist, die die momentane Situation viel Kraft kostet“, weiß Mirja Kleuker.

Dabei hat es die Gruppe jedoch nicht belassen. Nachdem alle ihren Frust und die Ärgernisse des Alltags loswerden konnten, wurde der Blick auf die positiven Seiten der Situation gerichtet. Von allen wird positiv wahrgenommen, dass die Kinder weniger Termine haben und man mehr Zeit hat, Neues auszuprobieren, lange Spaziergänge zu machen, viel draußen in der Natur zu sein und kleine Dinge zu genießen.

Besonders einfallsreich waren die Frauen dabei, Strategien zu entwickeln, wie es ihnen mit der Situation besser gehen kann. „Wir haben gemeinsam eine Ideenwolke mit über fünfzig Vorschlägen gefüllt“, sagt Reinert. Jeder Teilnehmenden helfen andere Methoden, jedoch haben alle neue Anregungen bekommen. Es hilft den Frauen zum Beispiel, auf ihr Bauchgefühl zu hören, mal Fünfe gerade sein zu lassen oder mit anderen zu telefonieren. Gelassenheit und Zuversicht sind ein wichtiger Schlüssel zu mehr Zufriedenheit.

Neue Gesichter sind jederzeit willkommen

Gerald Egler vom VAMV berichtete über interessante Aktionen des Vereins, die auch auf deren Internetseite nachzulesen sind. Außerdem wurde auf ein Gruppencoaching für Alleinerziehende der Koordinierungsstelle „frau+wirtschaft“ im Landkreis Nienburg aufmerksam gemacht, das im Oktober stattfinden wird.

Abschließend wurden das Format und die Uhrzeit diskutiert und die Termine für 2021 besprochen: 12. März, 4. Juni, 17. September und 26. November. Sobald Treffen vor Ort wieder erlaubt sind, trifft sich das Alleinerziehenden-Café im bewährten Format im Familienzentrum St. Michael. „Bis dahin behelfen wir uns mit dem Alleinerziehendenstammtisch online“, sagt Kleuker. „Neue Gesichter sind uns in beiden Formaten jederzeit herzlich willkommen“ ergänzt Fedler.

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Erstellt:
1. Februar 2021, 17:57 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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