Genossen die Flussschifffahrt auf der Weser: die Teilnehmerinnen der Integrationstreffs im Sprotte und familienhORT. Sprotte

Genossen die Flussschifffahrt auf der Weser: die Teilnehmerinnen der Integrationstreffs im Sprotte und familienhORT. Sprotte

Landkreis 19.11.2017 Von Die Harke

Alltag und Sprache müssen geübt werden

Sprotte-Verein arbeitet nach eigenen Angaben erfolgreich mit der Integrationsrichtlinie des Landes

Mit einer Mischung aus individueller Beratung, Sprachkurs, Ausflügen, Familien-und Elterncaffés unterstützt Sprotte-Mitarbeiterin Angela Funkner seit über einem Jahr Menschen bei ihrer Integration im neuen Heimatland.

Dazu schreibt der [DATENBANK=3339]Sprotte[/DATENBANK]-Verein: „Die Sozialarbeiterin ist selber als Jugendliche nach Deutschland gekommen und kann sich noch gut an die Hemmnisse erinnern, die das Leben plötzlich mit sich bringt, wenn sich Schrift und Sprache ändern, wenn man mit vielem ganz von vorne anfangen muss.“ „Gut ankommen!“ lautet darum schlicht der Titel des Projektes, das maßgeblich die Integrationsberatung und Flüchtlingssozialarbeit des Sprotte e.V. bestimmt. „Wir hatten bereits im Sommer 2015, noch bevor der Druck durch den großen Zustrom an Flüchtlingen richtig begonnen hatte, einen Antrag an das Landessozialamt gestellt, das aus der Richtlinie Integration und Teilhabe erhebliche Mittel in Aussicht stellte, um die Integration in Niedersachsen weiter zu verbessern“, erläutert [DATENBANK=3933]Barbara Weissenborn[/DATENBANK] die glückliche Fügung der zusätzlichen Mittel für eine zusätzliche Stelle aus der Landeskasse zur richtigen Zeit.

„Ausschlaggebend dabei waren unsere Bemühungen, vor allem die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen weiter zu verbessern, denn in unseren kostenlosen Spachangeboten sind auch viele Frauen, die schon vor einer ganzen Weile nach Deutschland gekommen sind und auf Grund ihrer familiären Situation nicht wirklich von den breitaufgestellten Integrationsangeboten profitieren können.

Ein Problem, so alt wie das [DATENBANK=4683]Sprotte[/DATENBANK] selber. „Das liegt im Wesentlichen daran, dass Zugangsvoraussetzungen und Anforderungen nicht eingehalten werden können, weil Familie zu versorgen ist, weil Frauen oft eine eigene Schulbildung in der Kindheit fehlt, die sie auch in ihrer Muttersprache zu Analphabetinnen macht“.

Es sei sehr viel schwerer, eine fremde Sprache zu erlernen, wenn man nie lernen konnte, wie man Lesen und Schreiben überhaupt lernt, erklärt die Sprotte-Geschäftsführerin. Seit über 15 Jahren übt darum [DATENBANK=6617]Christa Rösler[/DATENBANK] drei Mal in der Woche mit Frauen Deutsch zu sprechen, zu lesen und zu schreiben. „Einige der Frauen sind von Beginn an dabei, aber es kommen auch immer wieder neue dazu. Im Frühjahr 2016 mussten wir auch Frauen abweisen, weil selbst eng zusammengerückt kein Platz mehr war.

Dank der plötzlich bewilligten Gelder aus der Richtlinie war der Sprotte-Verein in der Lage, die Situation der Integrationsangebote zu verbessern und durch Angela Funkner das Team der Pädagogen im Haus zu verstärken. Mit der erfolgreichen Beratungsarbeit in „Gut ankommen!“ konnte Einzelpersonen und Familien der Weg in bestehende Beratungs- und Begleitungsangebote geebnet werden, neue Austausch- und Begegnungsformate wurden entwickelt und der Bedarf besser spezifiziert. „Das hat sich bewährt und wir hoffen auch 2018 auf die finanzielle Unterstützung der Flüchtlings-und Sozialarbeit durch das Landessozialamt!“ betont Tamara Ritter, die als pädagogische Leiterin die verschiedenen Angebote des Vereins miteinander verbindet und für leichte Übergänge sorgt.

„Das hat eine enorm stabilisierende Wirkung ins Quartier. Das Begegnungszentrum bleibt der Ausgangspunkt, aufsuchende Beratung in den Angeboten im Sprotte, bei Bedarf auch im privaten Umfeld ergänzen die öffentlichen Sprechstunden. Die eigenen Gruppen- oder Gemeinschaftsangebote in der Flüchtlingssozialarbeit ergänzen die individuelle Beratung oder bieten den Zugang zur persönlichen Beratung, wie sich gezeigt hat“.

Zusätzlich hat der Verein für das kommenden Jahr nach der neuen Richtlinie zur Förderung der Teilhabe zugewanderter Menschen und der Akzeptanz gesellschaftlicher Vielfalt, der sogenannten Richtlinie „Migration und Teilhabe“ einen Antrag gestellt, um die Arbeit im Mehrgenartionenhaus „[DATENBANK=1241]familienhORT[/DATENBANK]“ zu unterstützen.

„Das Konzept von „Gut ankommen!“ zeigt erste Erfolge, die wollen wir unbedingt weiterentwickeln“, so [DATENBANK=1591]Tamara Ritter[/DATENBANK]. Durch die intensiven und individuellen Hilfen hätten einigen Familien bereits Anknüpfungspunkte im neuen Lebensumfeld gefunden, nutzen Sprach- Bildungs- und Beschäftigungsangebote. Ziel 2018 sei es, das weiter zu entwickeln, die Beratungen noch mehr in bestehende Angebote und Strukturen einzubinden und gemeinsam neue passende Angebote, zu etablieren.

Informationen rund um „Gut ankommen!“ gibt es direkt im Sprotte-Begegnungszentrum, oder auch telefonisch unter (05021) 99 29 99 9.

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Erstellt:
19. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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