Die Kirchengemeinde Eystrup gestaltet ihren Friedhof um. Die Zierapfelallee ist ein wesentliches Element. Achtermann

Die Kirchengemeinde Eystrup gestaltet ihren Friedhof um. Die Zierapfelallee ist ein wesentliches Element. Achtermann

Eystrup 05.05.2019 Von Horst Achtermann

Als Alternative zu Ruheforst und Friedwald

Die Kirchengemeinde Eystrup gestaltet ihren Friedhof um

Seit dem Jahr 2014 begleitet die Garten- und Landschaftsplanerin Dipl.-Ing. Christina Stoffers aus Petershagen die Friedhofsentwicklung in Eystrup. So war sie auch bei der Einweihung der Zierapfelallee dabei, die sich von West nach Ost quer über den alten Friedhof am historischen Mausoleum vorbei bis zu Hochkreuz mit Gedenkstein hinzieht.

„Wie auf vielen Friedhöfen ist auch der Eystruper Friedhof unterschiedlich stark durch Leerstellen und Lücken geprägt“, stellt Planerin Stoffers fest. Ursache dafür sind zurückgehende Begräbniszahlen. Diese „Flickenteppichoptik“ soll jetzt durch eine bewusste langfristig angelegte Flächenvergabepraxis eingegrenzt werden. Zu erreichen ist das durch den Vergabestopp auf relativ alten Grabfeldern, um nach Auslaufen aller Grabstätten eine Neugestaltung zu ermöglichen.

Die Planerin denkt wirtschaftlich. Wenn die vom Träger – der Kirchengemeinde – zu pflegenden Kleinstflächen reduziert werden, wird nicht nur das Erscheinungsbild der Gesamtanlage verbessert, auch der Pflegeaufwand verringert sich erheblich.

Warum sollte die Kirchengemeinde Eystrup nicht echte Alternativen zu Ruheforst und Friedwald schaffen? Hinter dem Mausoleum befindet sich ein kleiner Hain aus unterschiedlichen Gehölzen mit Laub- und Nadelbäumen sowie Großsträuchern. Bereits vorsichtig erschlossen, sind Beisetzungsflächen unter den vorhandenen Gehölzen und in den Efeuflächen möglich.

Alte Grabsteine innerhalb der Flächen vermitteln eine angemessene Atmosphäre. Das Angebot von Baumbestattungen wird sich auf die Flächen in diesem Urnenwäldchen hinter dem Mausoleum konzentrieren. Für die Namensplaketten der beigesetzten Toten werden zusätzlich Stelen aufgestellt, die dicht bei den einzelnen Bestattungsflächen stehen und somit eine direkte Zuordnung ermöglichen.

Mittel- und Langfristig sollten Baumbestattungen ausschließlich auf dem Neuen Friedhof erfolgen, der durch seine räumliche Nähe zum angrenzenden Wald dafür gut geeignet ist, stellt Christina Stoffers fest. Sowohl Reihen- als auch Doppelgräber können unter jedem Baum vergeben werden.

Ein Baum mit einer drei Meter breiten Baumscheibe bietet Platz für 18 Urnen. Diese wird einheitlich mit einem Bodendecker bepflanzt. Die Namensplatte wird im Bereich der Baumscheiben platziert. Das Rasenmähen werde nicht behindert, auf eine zentrale Sammelstelle könne verzichtet werden. Alles naturnah, keine Wege mit Ecken und Kanten, vollkommen barrierefrei zu erreichen.

Im Ausblick erkennt Christina Stoffers, dass der Bedarf an naturnahen, pflegefreien Gräbern langfristig erhalten bleibt oder noch wächst.

Insbesondere die zukünftigen Generationen hätten ein verändertes Verständnis von Bestattungskultur, wie der Zuspruch von Friedwäldern und Ruheforsten belegt. Dieser Entwicklung solle in Eystrup Rechnung getragen werden.

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Erstellt:
5. Mai 2019, 09:27 Uhr
Lesedauer:
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