08.12.2013

Altbau eingehend begutachtet

Energieberatungsparty bei Familie Zielinski in Stolzenau

Szolzenau. Familie Zielinski in Stolzenau feierte ein Fest der besonderen Art: In ihrem Haus hatte die Landeskampagne „HeimSpiel für Modernisierer. Mit Energieberatung haushoch gewinnen.“ eine Energieberatungsparty organisiert. Wie bei einer „Tupperparty“ kamen dazu Freunde und Nachbarn und informierten sich nicht über die praktischen Vorratsbehälter, sondern über die Themen Energie sparen und höhere Wohnqualität durch eine energetische Modernisierung. Angesichts erster frostiger Tage und Nächte waren hohe Heizkosten ein aktueller Gesprächsstoff bei Gästen und Gastgebern. Gemeinsam mit Energieberater Harald Wendt vom Architekturbüro Ahrens, Ulrike Gieger-Graßl und Hauke Herdejürgen vom Klimaschutzmanagement Landkreis Nienburg und der Klimaschutzagentur Mittelweser ging die Partygesellschaft auf Entdeckungstour. Dabei spürten sie energetische Schwachstellen im Haus von Familie Zielinski auf und erörterten Sanierungsmöglichkeiten. „Wir dachten immer, hauptsächlich müssten die Fenster erneuert werden“, sagte Ute Zielinski. „Aber der Bericht von Herrn Wendt zeigt: Es gibt Bereiche mit noch größeren Einsparpotenzialen“, so die Gastgeberin.

Vor der „HeimSpiel“-Party hatte Energieberater Wendt das 86 Jahre alte Zweifamilienhaus, das Zielinskis seit dem Jahr 2000 bewohnen, genau unter die Lupe genommen und konkrete Sanierungsvorschläge erarbeitet. Er empfiehlt, die oberste Geschossdecke, Außenwände und Kellerdecke zu dämmen. Außerdem sollten Fenster ausgetauscht und die Heizungsanlage erneuert werden. „Für einen Altbau lassen sich mit den entsprechenden Schritten schon relativ gute Energieverbrauchswerte erreichen“, erläuterte der Energieberater.

Als das Haus 1927 gebaut wurde, spielten Heizkostenpreise, Energiesparen und Klimaschutz noch keine Rolle. Zwar wurden in den letzten dreißig Jahren Fenster und die Heizung erneuert, aber nicht – so wie jetzt – umfassend das ganze Haus betrachtet. Mit der konsequenten Modernisierung, wie sie Harald Wendt vorschlägt, würden die Gastgeber der Energieberatungsparty – je nach Sanierungsvariante – ihren Heizenergiebedarf um über 60 Prozent und die Brennstoffkosten um rund 50 Prozent senken. Mit einer klimaneutralen Holzpelletheizung ließe sich der CO2-Ausstoß sogar um 84 Prozent minimieren.

Das Thema Klimaschutz liegt vor allem Ulrike Gieger-Graßl am Herzen. „Im Landkreis Nienburg haben wir eine Gebäudesanierungsrate von 0,5 Prozent. Das ist deutlich zu wenig. Deshalb freuen wir uns, gemeinsam mit HeimSpiel über dieses wichtige Thema zu informieren“, sagte Gieger-Graßl. Die Klimaschutzagentur Mittelweser ist Kooperationspartner der Landeskampagne „HeimSpiel“.

„Eine umfassende Beratung durch qualifizierte Energieexperten lohnt sich vor einer Gebäudesanierung in jedem Fall. Die Berater erarbeiten abgestimmt mit den Eigentümern Sanierungsempfehlungen und wissen, wie man öffentliche Fördermittel beantragt“, so die Organisatoren. Auf der Webseite www.heimspiel-niedersachsen.de finden Interessierte eine Datenbank mit 1 800 Energieberatern in ganz Niedersachsen. Im Landkreis Nienburg bietet das Klimaschutzmanagement kostenlose Beratung zu allen Themen rund ums Energiesparen.

Ute und Ralf Zielinski haben seit ihrer Party Gewissheit: „Im kommenden Jahr werden wir einige Dinge angehen. Die Heizung muss auf alle Fälle erneuert werden. Aber wir müssen uns auch noch genauer über Finanzierungsmöglichkeiten informieren“, so das Resümee der Gastgeber. DH

Zum Artikel

Erstellt:
8. Dezember 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 26sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.