Das Horten von Klopapier ist nicht nötig. Foto: teksomolika - stock.adobe.com

Das Horten von Klopapier ist nicht nötig. Foto: teksomolika - stock.adobe.com

Nienburg 25.10.2020 Von Nikias Schmidetzki

Alte Probleme, neue Probleme

Es gibt so Probleme, die verschwinden einfach von alleine. Oder wenigstens pausieren sie offenbar. Die Zeitumstellung ist eines davon. In der vergangenen Nacht mussten wieder alle Uhren, so sie nicht per Funk gesteuert werden, auf den aktuellen Stand gebracht werden. Konkret heißt das, von 3 auf 2 Uhr um eine Stunde zurück.

Clevere Köpfe hatten das natürlich schon vorher getan, andere ebenso schlaue Leute drehen erst heute am Rad. In jedem Fall hat der Tag eine Stunde mehr, die sinnvoll gefüllt werden möchte. Doch wo sind die Kritiker? Eigentlich sollte es gar keine Sommer- und Winterzeit mehr geben. Für eine Abschaffung der Umstellung hatte sich zuletzt sogar das Europaparlament höchst selbst ausgesprochen. Damit die Änderung in Kraft treten kann, müssten aber auch die EU-Staaten mehrheitlich zustimmen. Bei den für das Thema zuständigen Verkehrsministern gab es dazu bislang keine Einigung. Das Hauptproblem ist dabei, dass die Staaten selbst wählen können, welche der beiden Zeiten künftig dann dauerhaft gelten soll.

Aber eigentlich stehen in der EU gerade ganz andere Dinge im Fokus; der ungeregelte Austritt Großbritanniens zum Ende des Monats etwa – und natürlich dieses fiese, kleine Virus, das gerade überall sein Unwesen treibt. Da geraten so manche Dinge einfach in den Hintergrund.

Gleichzeitig tauchen genau wegen steigender Corona-Zahlen Probleme wieder auf, von denen viele hofften, sie seien ein für alle Male vom Tisch: Natürlich hortet niemand Klopapier. Und keiner kauft zentnerweise Mehl und Hefe. Und dennoch sind die entsprechenden Regale in einigen Geschäften schon wieder leer – oder wenigstens fast.

Sind es dieselben Menschen, die schon vor Monaten zum Anfang der Coronakrise Angst hatten, nichts mehr abzubekommen? Eigentlich sollten doch die Horter von damals noch Klopapier für mehrere Jahre haben. Es sei denn, sie haben damit einen Verwandten aus der Haft freigekauft. Oder sind es jetzt die anderen, die damals vor leeren Regalen standen und jetzt meinen, das passiere ihnen so schnell nicht wieder?

Ganz deutlich: Die Geschäfte hatten auch während des Lockdowns – den es hoffentlich nicht wieder geben wird – geöffnet. Die Produzenten von Toilettenpapier waren ebenso aktiv wie die von Mehl und Hefe. So wird es auch in den kommenden Wochen sein. Schon jetzt wollen Menschen beobachtet haben, wie Lieferanten Geschäfte mit Nachschub versorgt haben.

Also, frei nach „Das Leben des Brian“: Jeder nur eine Packung Klopapier!

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Erstellt:
25. Oktober 2020, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 14sec

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