Als Repräsentantinnen des Lenkungsgremiums haben Emine Kouskutzi-Kanaria und Gülhan Günes (Vertreterinnen der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Nienburg), Carmen Prummer (Leitung der Koordinierungsstelle Migration und Bildung), Freya Lask (Koordinierungsstelle Migration und Bildung) und Tamara Ritter (Leitung Sprotte) die Abschlusskonferenz verfolgt. Foto: Landkreis Nienburg

Als Repräsentantinnen des Lenkungsgremiums haben Emine Kouskutzi-Kanaria und Gülhan Günes (Vertreterinnen der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Nienburg), Carmen Prummer (Leitung der Koordinierungsstelle Migration und Bildung), Freya Lask (Koordinierungsstelle Migration und Bildung) und Tamara Ritter (Leitung Sprotte) die Abschlusskonferenz verfolgt. Foto: Landkreis Nienburg

Landkreis 05.12.2020 Von Die Harke

„Altern in Vielfalt“ landesweit vorgestellt

Schulung für Migranten läuft 2021 im Landkreis weiter

Der demografische Wandel macht auch vor Menschen mit Migrationsgeschichte nicht Halt. Doch die Bedarfe dieser heterogenen Gruppe stehen oft noch nicht im Fokus der Pflege- und Seniorenarbeit.

In Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung für Gesundheit hat die Koordinierungsstelle Migration und Bildung des Landkreises deshalb über das Modellprojekt „Altern in Vielfalt“ zwei Jahre lang dieses Thema bearbeitet. Auf der Abschlusskonferenz sind nun die Ergebnisse niedersachsenweit vorgestellt worden. Auch nach Ablauf des Modellprojektes sollen sie im kommenden Jahr über Multiplikatorenschulungen in die Communitys hineingebracht werden.

Als eine von vier Modellkommunen in Niedersachsen hat der Landkreis Nienburg seit 2019 das Projekt „Altern in Vielfalt“ bearbeitet. Das Thema ist vielschichtig, unter anderem weil sich dahinter eine große Heterogenität an Gruppen und individuellen Lebensentwürfen verbirgt. „Unser Fokus lag daher auf sehr unterschiedlichen Fragen“, sagt Freya Lask, Mitarbeiterin der Koordinierungsstelle Migration und Bildung beim Landkreis Nienburg.

„Wie erleben ältere Migrantinnen und Migranten ihr Altwerden in Deutschland? Wie kann es gelingen, dass sie ihr Leben möglichst lange gesund und aktiv gestalten? Welche Maßnahmen sind notwendig, um ihnen dieselben Möglichkeiten zur Teilhabe an unserer Gesellschaft zu bieten wie einheimischen Seniorinnen und Senioren?“

Während des Modellprojektes konnten sich die Beteiligten in einem Lenkungsgremium, das mit haupt- und ehrenamtlichen Interessierten aus den Bereichen der Senioren- und Pflegearbeit sowie Migrationsarbeit besetzt war, austauschen und die konkreten Bedarfe in Nienburg besprechen. Als Ergebnis hatte im vergangenen September eine zweitägige Schulung für Menschen mit Migrationshintergrund stattgefunden.

Die Teilnehmenden fungieren als sogenannte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Sie vermitteln ihr erworbenes Wissen etwa über das Pflegesystem, Demenzerkrankungen oder gesetzliche Regelungen zur Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und der Pflege von Angehörigen an ihre Community. Außerdem können sie als Referentinnen und Referenten über die Koordinierungsstelle beim Landkreis angefragt werden. Die Resonanz auf die Schulung war so hoch, dass sie im kommenden Jahr sobald wie möglich erneut angeboten werden soll.

Auf der Online-Abschlusskonferenz der Landesvereinigung Ende vergangenen Monats hat Freya Lask das Modellprojekt aus Nienburg vorgestellt. „Die hohe Nachfrage auf die Schulung hat gezeigt, wie dringend dieses Thema auch in Nienburg bearbeitet werden muss“, sagt sie.

„Kultursensible Pflege sollte in Einrichtungen möglichst schnell zur Selbstverständlichkeit werden und das Wissen um Angebote zur Unterstützung und zum Schutz bei Hilfs- und Pflegebedürftigen selbst ankommen.“ Die Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre hätten gezeigt, dass die aktive Netzwerkarbeit im Landkreis und die Einbindung der örtlichen Migrantenorganisationen eine sehr gute Grundlage seien, um die Zielgruppe „Zugewanderte“ zu erreichen und allen Menschen die bestmöglichen Pflegeangebote zugängig zu machen und die pflegenden Angehörigen zu unterstützen.

„Ziel ist es, auch nach der Beendigung der Begleitung durch die Landesvereinigung für Gesundheit in Nienburg die diversitätssensible Versorgung von älteren Migrantinnen und Migranten fachlich weiter zu bearbeiten und voranzutreiben“, so Carmen Prummer, Leiterin der Koordinierungsstelle Migration und Bildung. In enger Abstimmung mit dem Fachdienst Senioren und Pflege und dem dort angesiedelten Senioren- und Pflegestützpunkt im Landkreis Nienburg wird der Themenkomplex auch in 2021 weiter bearbeitet.

Für Rückfragen stehen Freya Lask und Carmen Prummer unter Telefon (05021) 967155 und (05021) 967686 oder per E-Mail (migration@kreis-ni.de) zur Verfügung. Veranstaltungen der Koordinierungsstelle Migration und Bildung werden gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

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Erstellt:
5. Dezember 2020, 17:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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