Iris Flentje von der Landwirtschaftskammer (rechts) referierte in Bücken. Landfrauenverein Hoya

Iris Flentje von der Landwirtschaftskammer (rechts) referierte in Bücken. Landfrauenverein Hoya

Bücken 27.03.2017 Von Die Harke

Altersvorsorge nicht auf die lange Bank schieben

Iris Flentje von der Landwirtschaftskammer referierte vor den Landfrauen in Bücken

Unter der Überschrift „Altersarmut ist weiblich“ referierte Iris Flentje, sozioökonomische Beraterin der Landwirtschaftskammer, jüngst im [DATENBANK=1234]Gasthaus Thöle[/DATENBANK] in Bücken. Gastgeber waren in einer Gemeinschaftsveranstaltung der Landfrauenverein Hoya und die Gleichstellungsbeauftrage der Samtgemeinde Hoya, [DATENBANK=768]Ursula Priggen-de Riese[/DATENBANK]. Dazu heißt es von den Landfrauen: „Auszeiten durch Kindererziehung, Haushaltsarbeit, Beschäftigung in Teilzeitjobs, finanzielle Nachteile durch Scheidungen, das sind einige Gründe, warum Frauen ganz besonders von der Altersarmut bedroht werden. Entscheidend ist auch, dass Frauen bei gleicher Arbeit häufig weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen. Die Rentenansprüche von Frauen sind deshalb im Schnitt niedriger als bei Männern.“

„Welchen monatlichen Bedarf haben Sie?“, mit dieser Frage eröffnete Flentje ihren Vortrag und forderte die Anwesenden auf, anhand einer Bedarfsermittlung die eigenen monatlichen Kosten für Lebenshaltung, Wohnen, Verkehr, Steuern und vieles mehr zu errechnen.

„Schon bei dieser Aufgabe gerieten einige der Gäste an ihre Grenzen, denn oftmals herrscht bereits Unkenntnis über die regelmäßig wiederkehrenden Ausgaben, weil die Verwaltung des Geldes dem anderen Ehepartner überlassen wird“, heißt es weiter. Fragen wie „Zählt zu den Kosten für Autoreparaturen auch eine Rücklage für eine eventuelle Neuanschaffung eines Kfz?“ oder „Was kostet eigentlich ein Monatsabo der Zeitung?“ standen genauso im Raum wie die Frage zur Höhe der Versicherungsbeiträge und der regelmäßigen Kosten für Strom, Wasser und Heizung.

Auch der Hinweis auf mögliche Zuzahlungen bei Medikamenten und Rücklagen für Reparaturen am eigenen Haus ließ die eine oder andere Anwesende ins Grübeln kommen.

Im Schnitt müsse man bei einem Zweifamilienhaushalt mit einem Bedarf von 2.500 Euro rechnen, so Iris Flentje. Sie fügte aber gleich hinzu, dass es sich dabei nur um einen Durchschnittswert des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahre 2013 handele, grundsätzlich richte sich der Bedarf nach den individuellen und persönlichen Ansprüchen des Einzelnen.

„Schieben Sie die Entscheidung zu einer zusätzlichen Altersversorgung nicht auf die lange Bank“

Das Rentensystem könne künftigen Rentnern nur noch eine Basisversorgung sichern, dies veranschaulichte die Referentin an einigen Beispielen. Deshalb sei jeder in der Pflicht, eigenverantwortlich für das Alter vorzusorgen. Als besonders empfehlenswert stellte Flentje die Riesterrente dar. Mit geringen Eigenanteilen, insbesondere bei nicht berufstätigen Frauen, könne schon eine kleine Lücke geschlossen werden. Werde frühzeitig mit der Ansparung begonnen und regelmäßig Geld für das Alter für den Riestervertrag zur Seite gelegt, dann könne auch bereits mit kleinen Beträgen eine Versorgungslücke im Alter geschlossen werden.

Wer kurz vor der Rente die finanziellen Probleme erkenne, sei häufig zu spät dran und könne nicht mehr viel an seiner Altersversorgung ändern. „Aber auch dann geht noch was“, fügte die Referentin hinzu und stellte einige Anlageformen vor. Eindringlich warnte sie aber vor sogenannten Kombiverträgen, mit denen verschiedene Anlageformen in einen Vertrag gepackt würden. „Schieben Sie die Entscheidung zu einer zusätzlichen Altersversorgung nicht auf die lange Bank“, mit dieser Aufforderung schloss Flentje ihren Vortrag.

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Erstellt:
27. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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