Ein Güterzug fährt über eine Elbebrücke in Magdeburg. Die Coronavirusepidemie belastet das Wirtschaftsleben schwer. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Güterzug fährt über eine Elbebrücke in Magdeburg. Die Coronavirusepidemie belastet das Wirtschaftsleben schwer. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin 02.04.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Altmaier rechnet mit Konjunktureinbruch in Deutschland

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet infolge der Corona-Krise mit einem Konjunktureinbruch in Deutschland.

„Wir müssen mit tiefen Einschnitten beim Wirtschaftswachstum rechnen“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. Die Einschnitte würden mindestens so stark, wenn nicht stärker als in der Finanzkrise 2009. Damals war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,7 Prozent zurückgegangen.

Altmaier sagte, das Wirtschaftsministerium gehe davon aus, dass die Wirtschaft in einzelnen Monaten im Frühjahr mehr als 8 Prozent einbrechen könne. Der Höhepunkt der Krise werde voraussichtlich im April und Mai sein. Es gebe aber Hoffnung, das sich die Lage dann im zweiten Halbjahr wieder normalisiere. Eine konkrete Zahl für das BIP im Gesamtjahr nannte Altmaier nicht.

Nach der Pandemie solle die Wirtschaft wieder „durchstarten“. Dafür werde innerhalb der Bundesregierung an einem Konjunkturprogramm gearbeitet.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Wirtschaft nach der Corona-Krise mit einem Konjunkturpaket wieder ankurbeln - sieht aber auch die Firmen selbst in der Pflicht. Die Unternehmen, die jetzt vom Staat unterstützt würden, dürften diese Solidarität dann nicht vergessen, mahnte er.

Die Unternehmen, die jetzt vom Staat unterstützt würden, dürften diese Solidarität dann nicht vergessen, mahnte er. „Wir wollen sicherstellen, dass - wenn wir die Gesundheitskrise bewältigt haben, wenn wir die Arbeitsplätze, die Unternehmen gesichert haben, wenn es wieder aufwärts geht - das auch unterstützt wird mit konjunkturellen Maßnahmen“, sagte der Vizekanzler. Ziel müsse eine Politik sein, „in der hohe Investitionen eine Rolle spielen und in der der Sozialstaat ausgebaut und nicht zurückgebaut“ werde.

Scholz zog eine positive Zwischenbilanz der Hilfen der Bundesregierung. So seien bei der Förderbank KfW nicht nur zahlreiche Unterstützungsanträge eingegangen, der Großteil sei auch schon bewilligt worden.

Nach Angaben der KfW gab es bisher 2500 Anträge mit 10,6 Milliarden Euro Gesamtvolumen. In den meisten Fällen gehe es um Kredite bis zu drei Millionen Euro, für die vereinfachte Bedingungen gelten. Knapp 2100 Anträge seien schon bewilligt, 750 Millionen Euro zugesagt.

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Erstellt:
2. April 2020, 14:01 Uhr
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