Für Georgios Pechlevanoudis und Jens Bokeloh ist die kommende Woche überhaupt kein Grund, schlaflose Nächte zu haben. Behaupten sie jedenfalls.

Für Georgios Pechlevanoudis und Jens Bokeloh ist die kommende Woche überhaupt kein Grund, schlaflose Nächte zu haben. Behaupten sie jedenfalls.

Nienburg 17.09.2016 Von Edda Hagebölling

„Am Anfang fischt man im Trüben“

Nienburgs Altstadtfestmacher hoffen, wieder die richtige Mischung zusammengestellt zu haben

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Vier Tage mit über 70 Bands auf sieben Bühnen. Dazu ein Meet and Greet für die Sponsoren am Donnerstag, das Kinderaltstadtfest am Freitag, der Flohmarkt am Sonnabend und der Jazzfrühschoppen mit den offenen Geschäften am Sonntag. Für Georgios Pechlevanoudis und Jens Bokeloh ist die kommende Woche überhaupt kein Grund, schlaflose Nächte zu haben. Behaupten sie jedenfalls.

Obligatorischer Vor-

Altstadtfest-Plausch

Und in der Tat wirkten die beiden Altstadtfest-Macher recht entspannt, als sie sich am Mittwochabend mit der HamS trafen, um auch die Leserinnen und Leser der Sonntagszeitung auf das mittlerweile 46. Nienburger Altstadtfest einzustimmen.

Nicht ganz neu ist die herzliche Bitte der Organisatoren, Rucksäcke, Glasflaschen und andere gefährlichen Gegenstände zuhause zu lassen. Dieses Mal aber weniger wegen der „Rucksack-Trinker“, als vielmehr wegen der politischen Großwetterlage.

Unterstützt werden die Zwei mit ihrem Appell an die Vernunft von der Politik und von der Polizei. „Dass bei Nienburgs Altstadtfest irgendwas Schlimmes passiert, kann doch wirklich niemand wollen“, so die einhellige Überzeugung aller Verantwortlichen.

Der dickste Dank geht an die Sponsoren

Der dickste Dank der Organisatoren geht auch in diesem Jahr an die Sponsoren. „Ohne sie könnten wir uns ein Fest wie dieses mit einem Etat von mehreren hunderttausend Euro natürlich nicht leisten“, geben Pechlevanoudis und Bokeloh zu bedenken. Ein ebenso dicker Dank geht aber auch an das Nienburger Rathaus, an den Bauhof, der anfängt zu arbeiten, wenn andere gerade erst ins Bett gehen, an den TKW und all die anderen Vereine, die zum Gelingen des Kinderaltstadtfestes beitragen, an den THW als verlässlicher Organisator der Fahrradwache, an das DRK, an die Feuerwehr und nicht zuletzt an VLN und Stadtbusgesellschaft, die mit Sonderfahrten dafür sorgen, dass die Besucher bequem von A nach B kommen.

Luxuslärm, Chris Roberts, Saragossa Band

Die beiden Altstadtfestmacher hoffen, mit den von ihnen engagierten Bands auch in diesem Jahr den Geschmack aller Alterslagen getroffen zu haben.

Highlight am Donnerstag ist „Luxuslärm“. Der Sponsor hatte darum gebeten, eine Gruppe nach Nienburg zu holen, die den Nerv des jungen Publikums trifft. Am Freitag soll unter anderem Chris Roberts dafür sorgen, dass sich der Kirchplatz füllt. Am Sonnabend ist der Saragossa Band dort der Top Act. Hinweisen möchten Pechlevanoudis und Bokeloh aber ausdrücklich auch auf die Coverbands Mr. Rod, Recartney und Cosmopauli, die ebenfalls für den Kirchplatz angeheuert wurden und dort am Sonnabend bereits ab 14.30 Uhr für gute Laune sorgen sollen.

Altstadtfest auch von Künstlern sehr geschätzt

Gefeiert werden soll aber natürlich auch rund um die Bühnen am Ernst-Thoms-Platz, am Posthof, am FFO in der Hakenstraße, vor H&M in der Langen Straße und – selbstredend – rund um die Burn-Out-Bühne an der Fußgängerbrücke.

Dass es den Altstadtfestmachern auch in diesem Jahr gelungen ist, so viele recht bekannte Gruppen zum Wunschtermin nach Nienburg zu holen, haben sie sich hart erarbeitet.

Nienburgs Altstadtfest ist nicht nur für die Menschen in der Region ein Muss, die Open-Air-Veranstaltung, die in diesem Jahr zum 46. Mal stattfindet, genießt auch bei den Künstlern und deren Managements einen guten Ruf. Weil sie unter freiem Himmel stattfindet, weil immer ziemlich viele Leute kommen, weil nach wie vor kein Eintritt genommen wird und weil jedr spürt, dass auch jede Menge Herzblut im Spiel ist. „Das kommt bei den Bands ziemlich gut an. Dafür verzichten sie dann auch schon mal auf einen Teil ihrer Gage“, so Pechlevanoudis und Bokeloh weiter.

Zwölf Einzelzimmer im Vier-Sterne-Hotel

Recht konkret sind dagegen die Vorstellungen der Promis, was die Unterbringung und das Catering angeht. „Luxuslärm“ beispielsweise möchte gerne zwölf Einzelzimmer in einem Vier- oder Fünf-Sterne-Hotel. Da Nienburg damit nach wie vor nicht dienen kann, wird ein Shuttle eingerichtet. Die beiden Busse, mit denen die Gruppe nach dem Auftritt nach Hannover gebracht wird, sind bereits gebucht.

Allerdings soll es auch schon vorgekommen sein, dass es den Stars in Nienburg – wider Erwarten – doch ganz gut gefallen hat. Boney M zum Beispiel.

Auch für diese Gruppe waren die Hotelzimmer und das Essen in Hannover eigentlich schon gebucht. Doch schließlich war es 2 Uhr, als die Herrschaften endlich los wollten. „Die fanden‘s in Nienburg richtig toll. Und die gewünschte Mahlzeit mit Hähnchen haben wir auch irgendwie aus dem Hut gezaubert“, erinnern sich Pechlevanoudis und Bokeloh noch gut.

Anfangs fischen sie im Trüben

Wie es ihnen überhaupt gelingt, 70 Bands so zu buchen, dass die Auftritte an allen Tagen nahtlos ineinanderübergehen? „Wenn wir ein Jahr vorher anfangen, zu telefonieren, fischen wir im Grunde noch im Trüben“, so die beiden Organisatoren, „doch irgendwann steht das grobe Gerüst, und wenn wir dann wieder anfangen, herumzutelefonieren, verdichtet sich das Ganze. Oder es springt bereits einer der Tops-Acts fürs nächste Mal dabei heraus.“

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Erstellt:
17. September 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 29sec

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