02.06.2013

Am Dienstag „Aktionstag gegen den Schmerz“

Schmerzpatienten können kostenlose Hotlines anrufen / Auch Mittelweser Kliniken dabei

Landkreis. Tag für Tag leiden in Deutschland mehr als 13 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen. Viele dieser Patienten gehen jahrelang von Arzt zu Arzt, bevor sie sich von einem spezialisierten Therapeuten behandeln lassen. Um auf die Notwendigkeit und die Möglichkeiten einer gezielten Schmerztherapie aufmerksam zu machen, veranstaltet die „Deutsche Schmerzgesellschaft“ (DGSS) gemeinsam mit neun weiteren deutschen Schmerzorganisationen am Dienstag, 4. Juni, einen bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“, an dem sich die Nienburger Mittelweser Kliniken mit einer eigens dazu geschalteten kostenlosen „Schmerz-Hotline“ beteiligt. Die Schmerz-Hotline wird von den Mittelweser Kliniken und sechs weiteren norddeutschen Kliniken organisiert, die alle zum Verbund der Rhön-Klinikum AG gehören. Am 4. Juni von 9 bis 18 Uhr können Schmerzpatienten, Angehörige und Interessierte gebührenfrei die Rufnummer (0800) 5 89 47 92 anwählen und sich von Schmerzexperten informieren und beraten lassen. Zusammen mit den Schmerztherapeuten der anderen Rhön-Kliniken steht dabei auch Bernd Goevert, Oberarzt in der interdisziplinären Schmerzklinik des Krankenhauses Stolzenau, den Anrufern Rede und Antwort. Neben dieser „Norddeutschen Schmerz-Hotline“ sind weitere Mediziner außerdem unter der bundesweiten Rufnummer (0800) 1 81 81 20 erreichbar, die für die Anrufer ebenfalls kostenlos ist.

„Seit Eröffnung der Schmerzklinik im April werden im Krankenhaus Stolzenau Patienten im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie stationär behandelt. Unter der Leitung des Schmerzexperten Professor Peter M. Osswald steht dazu ein interdisziplinäres Therapieteam zur Verfügung. Daneben gibt es moderne Räumlichkeiten, die eine intensive Therapie in ansprechender Umgebung ermöglichen“, teilen die Mittelweser Kliniken mit. „Jeder Mensch hat das Recht auf eine angemessene Schmerzbehandlung“, so Bernd Goevert. „Leider sind derzeit viele Schmerzpatienten in Deutschland unterversorgt“, so Goevert weiter. In seinem Anliegen wird er unterstützt von der Deutschen Schmerzgesellschaft, der mit über 3300 Mitgliedern größten wissenschaftlichen Schmerzgesellschaft Europas.

Mediziner sprechen dann von chronischen Schmerzen, wenn die Beschwerden länger als drei bis sechs Monate andauern oder ständig wiederkehren. Die häufigsten chronischen Schmerzkrankheiten sind Rückenschmerzen (63 Prozent), Gelenkschmerzen (48 Prozent) und Nackenschmerzen (29,6 Prozent), auch Rheuma oder Tumoren verursachten dieses Leid, das für die Erkrankten oft eine ganz erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität bedeutet. Ganz abgesehen vom persönlichen Leidensweg für die Betroffenen sind chronische Schmerzen auch eine ernstzunehmende Belastung für die gesamte Gesellschaft.

Nach Schätzungen der DGSS entfallen bis zu acht Prozent der Gesundheitsausgaben auf die Diagnose „chronische Schmerzen“ und der von ihnen ausgelöste volkswirtschaftliche Schaden, zum Beispiel durch Arbeitsunfähigkeit, liege zwischen 20 bis 30 Mrd. Euro jährlich. DH

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2. Juni 2013, 00:00 Uhr
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