Zuerst lernen die jungen Forscher das Wattenmeer kennen. Später werden sie Roboter programmieren oder mit Haushaltschemikalien experimentieren.	Fotos: Hagebölling

Zuerst lernen die jungen Forscher das Wattenmeer kennen. Später werden sie Roboter programmieren oder mit Haushaltschemikalien experimentieren. Fotos: Hagebölling

Am Freitag geht‘s ins Wattenmeerhaus

Fast die Hälfte aller 152 MDG-Fünftklässler hat sich für die Forschergruppen angemeldet

Nienburg (eha). „Wir machen unsere Playstation selbst.“ Unter dieser Überschrift hatte die HamS im April darüber berichtet, dass Nienburgs Marion Dönhoff-Gymnasium seinen künftigen Fünftklässlern die Möglichkeit eröffnen will, sich als kleine Forscher zu betätigen. Mit ungeahntem Erfolg. Mit 30 Interessierten hatte MDG-Chef Eckhard Hellmich gerechnet, fast 70 sind es geworden.

Von den 152 Kindern, die seit Schuljahresbeginn in den fünften Klassen unterrichtet werden, möchte damit fast jedes zweite lernen, wie Roboter programmiert werden oder ob Luftballons auch mit Brausepulver fliegen. Los ging es am vergangenen Montag.

Nach der 6. Schulstunde hatten sich die „Frischlinge“ in der Caféteria eingefunden, um zu erfahren, in welcher der insgesamt vier Gruppen sie künftig tüfteln und experimentieren werden. Und um ein schickes, vom Förderverein der Schule gestiftetes Cappy mit dem Schriftzug „Forschergruppe“ ausgehändigt zu bekommen. Die einheitliche Kopfbedeckung wird spätestens am kommenden Freitag zum Einsatz kommen. An diesem Tag wollen alle zusammen das Wattenmeerhaus in Wilhelmshaven besuchen.

Denn mit dem Wattenmeer befassen sich die Mädchen und Jungen in den ersten sechs, acht Wochen ihrer noch jungen Forscher-Karriere. Betreut von Ellen Jäger, Juliane Sander, Carsten Baumann, Tina Otten und Eckhard Hellmich erfahren die Fünftklässler zunächst Näheres über den Lebensraum Wattenmeer. Im Anschluss an das Einführungsseminar wechseln sie in die Angebote „Lego Mind storm“, „Programmieren mit Scratch“, „Experimentieren mit Haushaltschemikalien“ und „Mikroskopieren“.

Schulleiter Eckhard Hellmich hofft, auf diesem Wege möglichst viele Jungen und vor allem auch Mädchen mittelfristig für technische Berufe begeistern zu können. „Das werden auch in Zukunft die Bereiche sein, in denen das Geld verdient wird“, ist er überzeugt. Außerdem hofft er, die Kinder mit diesen Angeboten möglichst lange davor bewahren zu können, in der Welt von Smartphone und Facebook abzutauchen.

In Berlin vor kurzem als MINT-Schule anerkannt worden zu sein (siehe nebenstehenden Bericht) ist für den Lehrer für Mathe und Physik ein weiterer wichtiger Baustein auf diesem Weg. Mittelfristig erhoffte er sich Kooperationen mit den größeren Firmen vor Ort, aber auch mit Universitäten. „Einmal einen kleinen Forschungsauftrag zu bekommen, wäre schon schön“, so der Schulleiter.

Austauschen will Hellmich sich aber auch mit den MINT-Gymnasien in Sulingen, Bad Nenndorf und Osnabrück. Fest ins Auge gefasst hat er beispielsweise bereits schulübergreifende Workcamps.

Zum Artikel

Erstellt:
30. September 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.