Die Andacht wird geleitet von Superintendent Martin Lechler. Foto: Archiv

Die Andacht wird geleitet von Superintendent Martin Lechler. Foto: Archiv

Nienburg 23.01.2020 Von Die Harke

Andacht und Ritual

Nienburg erinnert am 27. Januar an die Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren

An die Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren erinnert der Arbeitskreis „Gedenken“ der Stadt Nienburg am 27. Januar mit einer interreligiösen Andacht auf dem Jüdischen Friedhof an der Bruchstraße. Geleitet wird sie von Superintendent Martin Lechler für die Kirchengemeinde Sankt Martin. Antonia Kleinert und Thomas Gatter werden für die Stadt Nienburg und den Arbeitskreis „Gedenken“ einen Kranz niederlegen. Darüber hinaus wird der Vorsitzende des Arbeitskreises einige jüdische Gebete sprechen. Die Andacht, zu der alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind, beginnt um 15 Uhr.

„Es waren Rotarmisten einer Infanterie-Einheit der 1. Ukrainischen Front, die am 27. Januar 1945 zunächst das Auschwitzer Hauptlager Monowitz, danach das Stammlager Auschwitz und schließlich das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau erreichten. Etwa 8.000 entkräftete und todkranke Menschen fanden die Befreier insgesamt in den drei Lagern vor, darunter 4.000 Frauen und viele Kinder. Unversorgt, ohne Nahrung und Medikamente hatte die Lager-SS die Häftlinge zurückgelassen, während sie 60.000 überlebende Auschwitzinsassen auf die so genannten Todesmärsche nach Westen trieb. Rund eine Million Kleidungsstücke, 45.000 Paar Schuhe und sieben Tonnen Menschenhaar zeugten von den Gräueltaten, die im Lagerkomplex Auschwitz rund 1,5 Millionen Menschen das Leben gekostet hatten“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Nienburg..

Am Abend des 27. Januars findet an der Erinnerungstafel der Jüdischen Gemeinde am Nienburger Rathaus ein Gedenkritual statt. Dem besonderen Anlass des 75. Gedenkens an die Befreiung von Auschwitz angemessen, wünschen sich die Arbeitskreismitglieder in diesem Jahr besonders viele Blumen an der Gedenkstätte. Sie stellen deshalb wieder Blumen für die Teilnehmenden bereit, rufen aber zugleich dazu auf, selbst Blumenmitzubringen. Die Feierstunde im Hof des Rathauses beginnt um 18 Uhr.

„2020 ist ein besonderes Jahr“, teilt dazu der Arbeitskreis mit. „Wir begehen jetzt im Januar 75 Jahre der Befreiung vom NS-Terror, für den Auschwitz das überragende Symbol ist, dann das zweite Datum der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai. Und im Herbst folgt dann die Erinnerung an die Geburtsstunde der gesamtdeutschen Demokratie mit der Wiedervereinigung vor dreißig Jahren.“ Der Arbeitskreis weist schon jetzt darauf hin, dass für den 8. Mai die Einweihung der neu gestalteten Zentralen Gedenkstätte am Weserwall und für den 3. Oktober eine Ausstellung über die friedliche Revolution in der DDR geplant ist.

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Erstellt:
23. Januar 2020, 17:35 Uhr
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