Carmen Prummer, Referentin Judith Albrecht und Gleichstellungsbeauftragte Petra Bauer (von links) eröffneten die interkulturelle Frühlingsreihe für Frauen „Blickwechsel: Frauen & Migration“. Landkreis Nienburg

Carmen Prummer, Referentin Judith Albrecht und Gleichstellungsbeauftragte Petra Bauer (von links) eröffneten die interkulturelle Frühlingsreihe für Frauen „Blickwechsel: Frauen & Migration“. Landkreis Nienburg

Landkreis 28.03.2017 Von Die Harke

Anderen Kulturen und Religionen begegnen

Interkulturelle Frühlingsreihe „Blickwechsel: Frauen & Migration“ gestartet

„Kulturelle Identität ist ein lebenslanger Prozess“, unterstrich Judith Albrecht, Ethnologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin, anlässlich der im Kreistagssaal eröffneten interkulturellen Frühlingsreihe „Blickwechsel: Frauen & Migration“. Judith Albrecht referierte auf Einladung der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Nienburg, Petra Bauer, und [DATENBANK=1575]Carmen Prummer[/DATENBANK], Leiterin des Fachdienstes Migration und Teilhabe des Landkreises Nienburg. Mehr als 50 interessierte Gäste unterschiedlicher Nationalitäten kamen zur Auftaktveranstaltung.

Nach der Begrüßung durch Petra Bauer und Carmen Prummer sprach Landrat Detlev Kohlmeier Grußworte und betonte, dass diese Veranstaltungsreihe „insbesondere Frauen zu Begegnungen mit anderen Kulturen und Religionen“ einlade, „um unterschiedliche Kulturkreise beim Miteinander-Hören, -Sehen und -Erleben füreinander zu öffnen“. Frauen würden als Mütter, Partnerinnen und Pädagoginnen Einstellungen und Haltungen an die nachkommenden Generationen weitergeben, unterstrich Kohlmeier.

In ihrem Vortrag ging Judith Albrecht unter der Überschrift „Iranerinnen im Exil – weibliche Identitäten in der Migration“ auf die verschiedenen Stile der Gesichtsverhüllung ein. „Es gibt sehr viele Gründe und unterschiedliche Arten, einen Schleier zu tragen“, stellte Judith Albrecht heraus. Als ausgewiesene Expertin des Irans berichtete die Ethnologin, dass einerseits religiöse Gründe eine Rolle spielen würden, andererseits sei das Tragen eines Schleiers gesetzliche Pflicht. So würden heute auch im Freizeitbereich durchaus modische Akzente gesetzt, in öffentlichen Einrichtungen hingegen sei ein schwarzer Schleier üblich.

Des Weiteren machte Judith Albrecht, insbesondere auch im Hinblick auf die im Exil lebenden Iranerinnen und Migrantinnen, deutlich, dass es nicht den „einen Islam“ gebe, sondern viele islamische Gesellschaften. Eine nationale Zugehörigkeit mit einer religiösen Identität gleichzusetzen, sei ein Fehler, betonte die Referentin.

[DATENBANK=536]Petra Bauer[/DATENBANK] stellte bereits in ihrer Begrüßung heraus, dass Blickwechsel durchaus Irritationen auslösen könnten, doch der Blickwechsel eröffne eben auch den neuen Blick auf kulturelle Lebensformen. „Ich möchte Blickwechsel erleben und mich irritieren lassen, um neue Einblicke zu gewinnen“, so Bauer. Carmen Prummer betonte zudem, dass ein Lernprozess einen Blickwechsel und Begegnungen bedinge.

Nach dem offiziellen Teil gab es genügend Zeit für eben diese Begegnungen, denn neben den multinationalen, selbstgemachten Spezialitäten eines im Foyer des Kreistagssaals aufgebauten kulinarischen Büfetts bot die Veranstaltung einen idealen Rahmen für Gespräche und Gedankenaustausch.

Insgesamt fünf weitere Veranstaltungen werden in dieser vom [DATENBANK=915]Landschaftsverband Weser-Hunte[/DATENBANK] unterstützen Reihe angeboten. Weitere Termine sind am Sonnabend, 8. April, um 19 Uhr im Nienburger Kulturwerk unter dem Titel „Musik und Tanz verbindet Völker und Kulturen“, am Freitag, 28. April, findet eine „Abendliche Lesung mit musikalischer Begleitung“ in der Romantik Bad Rehburg statt, ein „Filmabend für Frauen: Luisa - eine deutsche Muslima“ wird am Mittwoch, 3. Mai, um 19 Uhr im Filmhof Hoya gezeigt, eine weitere abendliche Lesung unter dem Titel „Das Herz an zwei Orten“ findet am Dienstag, 10. Mai, um 19 Uhr in dem Café „Dat gesellige Hus“ in Schessinghausen statt, und eine Exkursion zum „Haus der Religionen“ in Hannover am Freitag, 20. Mai, von 9 bis etwa 14 Uhr rundet die Frühlingsreihe ab.

Weitere Informationen sind unter www.lk-nienburg.de erhältlich.

Landrat Detlev Kohlmeier sprach das Grußwort. Landkreis Nienburg

Landrat Detlev Kohlmeier sprach das Grußwort. Landkreis Nienburg

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Erstellt:
28. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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