Angehende Erzieher der Sozialpädagogikschule aus Holtorf fordern mit Verdi-Unterstützung eine Praktikumsvergütung. Verdi

Angehende Erzieher der Sozialpädagogikschule aus Holtorf fordern mit Verdi-Unterstützung eine Praktikumsvergütung. Verdi

Nienburg 19.02.2018 Von Die Harke

Angehende Erzieher fordern Vergütung

Gewerkschaft Verdi unterstützt Fachschülerinnen und Fachschüler der Sozialpädagogikschule Holtorf

Mehrere angehende Erzieherinnen und Erzieher der [DATENBANK=5455]Sozialpädagogikschule[/DATENBANK] aus Holtorf fordern mit Unterstützung der Gewerkschaft Verdi eine Praktikumsvergütung. Sie sind der Meinung, dass eine vierjährige Ausbildung ohne Verdienst potenzielle zukünftige Erzieher abschrecken könnte. Dazu teilt Verdi mit: Urs Hintze engagiert sich mit anderen Fachschülerinnen und -schülern bei der Verdi-Jugend für die Praktikumsvergütung. Für ihn sei es kein Wunder, dass Jugendliche lieber einen anderen Beruf ergreifen, in dem sie vom ersten Tag an bezahlt werden. Obwohl seine vierjährige Ausbildung die zwei Berufe sozialpädagogischer Assistent und darauf aufbauend Erzieher enthält, werde keine Minute dieser Zeit vergütet.

„Da nicht jeder von uns Bafög bekommt und bei vielen das Bafög sehr gering ist, wäre diese Praktikumsvergütung eine große Hilfe“, sagt Hintzes Mitschüler Alex Hartwig. „Die Ausbildung kostet viel mehr, als wir erhalten. Wir geben je nach Schule ungefähr 1.000 Euro pro Jahr aus, obwohl wir genau null Euro bekommen“, sagt Pascal Smith.

Als Einstieg wäre für die Fachschülergruppe eine Praktikumsvergütung von 520 Euro bis 570 Euro – wie sie vom kommunalen Arbeitgeberverband empfohlen wird – in Ordnung. „Es gibt Arbeitgeber, die schon eine Vergütung gewähren, andere überlegen dieses umzusetzen. Wer hier zuerst ein Konzept aufweist, wird bei den jungen Kräften die Nase vorne haben“, sagt Verdi-Sekretär Volker Selent.

Um mehr Menschen für den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers zu gewinnen ist es laut Verdi notwendig, die Ausbildung attraktiver zu machen. „Hierzu gehört dringend eine Vergütung – sowohl in der vollschulischen Ausbildung mit Praktikumsphasen, in der berufsbegleitenden wie auch für die Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher berufsbegleitend machen“, teilt Selent mit: „Darüber hinaus müssen bestehende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten ausgebaut und qualifizierte Quer- und Wiedereinstiege in den Beruf der Erzieherin und des Erziehers gefördert und ausgebaut werden.“

Ein längst überfälliger Schritt ist für Selent außerdem die Abschaffung des Schulgeldes, das an vielen Fachschulen bezahlt werden muss. Bislang hätten sich schon Fachschülerinnen und-schüler aus Syke, Nienburg und Verden an der Aktion beteiligt.

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Erstellt:
19. Februar 2018, 21:00 Uhr
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