Paul Hill/Fotolia

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Nienburg 27.02.2019 Von Andreas Wetzel

Angeklagt wegen Nötigung im Straßenverkehr

56-jähriger Kraftfahrer aus Bielefeld zieht Einspruch gegen Strafbefehl zurück

Vor dem Amtsgericht Nienburg war jetzt ein 56-jähriger Kraftfahrer aus Bielefeld wegen Nötigung im Straßenverkehr angeklagt, weil er auf der Kreisstraße zwischen Linsburg und Wenden einem Pkw-Fahrer einen Überholvorgang nicht ermöglicht hatte. Gegen den Kraftfahrer hatte das Amtsgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl erlassen, gegen den der Mann Widerspruch eingelegt hatte, sodass es nun zum Gerichtstermin kam. Im Dezember 2017 hatte der Kraftfahrer mit seinem Sattelzug die Kreisstraße von Linsburg nach Wenden befahren. Hinter ihm fuhr ein weiterer Sattelzug. Ebenfalls in gleicher Richtung fuhr ein Polizeibeamter aus Steimbke, der gerade auf der Rückfahrt vom Dienst nach Hause war.

Auf der Kreisstraße wollte der Polizizist den ersten Sattelzug überholen und zeigte dies durch ein kurzes Betätigen der Lichthupe an. Als er den ersten Sattelzug überholt hatte, scherte er zwischen den Sattelzügen wieder nach rechts ein. Dies schien dem Überholten nicht gefallen zu haben. Er fuhr nunmehr mit Fernlicht hinter dem Pkw her.

Kurz darauf wollte der Polizist den nächsten Sattelzug überholen und scherte dazu nach links auf die Gegenfahrbahn aus. Der vor ihm fahrende Angeklagte seinerseits zog ebenfalls mit seinem Sattelzug auf die Gegenspur und verhinderte den Überholvorgang. Danach bremste der Angeklagte seinen Zug auf 20 bis 30 Stundenkilometer ab, während der zweite, hinter dem Polizeibeamten fahrende Sattelzug sehr dicht auf den Pkw des Polizeibeamten auffuhr.

Kurze Zeit später versuchte der Polizeibeamte erneut, den Sattelzug zu überholen, was ihm schließlich auch gelang. Vor Gericht äußerte der Angeklagte, dass er aufgrund der unebenen Fahrbahn auf die Gegenfahrbahn geraten sei. Dies Aussage wurde durch den Polizeibeamten widerlegt, der angab, dass der Angeklagte komplett auf die Gegenfahrbahn gefahren ist.

Gegen den Angeklagten war ein Strafbefehl in Höhe von 1500 Euro verhängt worden. Die Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass neben der Verhängung einer Geldstrafe auch ein Fahrverbot von sechs Monaten in Betracht käme. Nach diesem Hinweis beriet sich der Angeklagte mit seinem Verteidiger und nahm den Einspruch gegenden Strafbefehl zurück. Der Fahrer des zweiten Sattelzuges konnte nicht ermittelt werden.

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Erstellt:
27. Februar 2019, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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