Wechsel an der KIBIS-Spitze in Nienburg: Claudia Walderbach (rechts) ist Nachfolgerin von Annette Hillmann-Hartung, die in den Ruhestand geht. KIBIS

Wechsel an der KIBIS-Spitze in Nienburg: Claudia Walderbach (rechts) ist Nachfolgerin von Annette Hillmann-Hartung, die in den Ruhestand geht. KIBIS

Nienburg 09.12.2016 Von Die Harke

Annette Hillmann-Hartung geht

KIBIS-Selbsthilfekontaktstelle steht ab Januar unter der Leitung von Claudia Walderbach

„Kontakt, Information, Beratung Im Selbsthilfebereich“: Dafür steht [DATENBANK=1277]KIBIS[/DATENBANK] seit drei Jahrzehnten. Unter dem Dach des [DATENBANK=378]Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Nienburg[/DATENBANK] ist das Haus Von-Philipsborn-Straße 1 die bewährte Anlaufstelle für Menschen, die sich in der Selbsthilfe engagieren, teilt der Paritätische mit. Dort würden Menschen zusammengebracht, die eine außergewöhnliche Situation gemeinsam bewältigen wollten, dort sei immer vieles in Bewegung.

[DATENBANK=1278]Claudia Walderbach[/DATENBANK] übernimmt im Januar

Eine Bewegung besonderer Art findet an der KIBIS-Spitze statt: [DATENBANK=379]Annette Hillmann-Hartung[/DATENBANK], Leiterin seit über 25 Jahren, geht in den Ruhestand. Ab Januar übernimmt Claudia Walderbach ihre Funktion.

„Als ich im August 1986 hier mit meiner Arbeit begann, war das Pflänzchen Selbsthilfe schon gesetzt“, blickt Annette Hillmann-Hartung zurück auf die zwölf Selbsthilfegruppen der ersten Jahre. Eine intensive, arbeitsreiche Zeit habe sie seither erlebt – Jahre, die für sie in erster Linie bereichernd gewesen seien: „Wie viele Menschen haben sich geöffnet und sich der Selbsthilfe anvertraut“, freut sie sich über fast 200 Gruppengründungen in 25 Jahren.

Mehr als 70 Gruppen

Mehr als 70 Gruppen hätten aktuell Bestand, darunter sogar eine aus der Gründungszeit: Ihr stolzes 30-jähriges Bestehen feiert die Schlaganfallgruppe im Jahr 2017. Viel Überzeugungsarbeit sei zu leisten, da nicht wenige Ärzte damals ihren Patienten Selbsthilfegruppen schlichtweg verboten hätten. „Ermutigung und Selbstaktivierung, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen veranlasst, den Weg zu beschreiten, der ihre Lebensumstände verbessert und den Blickwinkel auf die eigenen Ressourcen lenken anstatt auf die Defizite, nennt Hillmann-Hartung die Quintessenz „ihres“ Vierteljahrhunderts. Sie sei glücklich, wenn diese Menschen ihren Alltag wieder frei gestalten können, wie jene Frau, die sich früher nicht einmal mehr vor die Tür getraut habe und die sie jetzt fröhlich mit ihren Freunden auf dem Weihnachtsmarkt getroffen habe. „Der Umgang mit diesen Menschen wird mir total fehlen“, zeigt Annette Hillmann-Hartung ihren Abschiedsschmerz.

Außer mit einem weinenden gehe sie jedoch durchaus auch mit einem lachenden Auge. Denn mit dem blicke sie nicht nur in die Freiheit des Ruhestands, sondern insbesondere in die Zukunft von KIBIS. Mit Claudia Walderbach wisse sie ihre Nachfolge in guten und professionellen Händen.

Die 47-Jährige sei eine erfahrene Wegebegleiterin: 15 Jahre lang habe sie Jugendliche in Ausbildung gebracht und begleitet. Eine konstante Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenslagen, die über drei Jahre Selbsthilfearbeit bei der KIBIS Hannover jetzt in die KIBIS Nienburg münde.

„Menschen im sozialen Bereich, die für ihre Arbeit brennen, denen es um das gemeinsame Ziel, die Vermittlung, Kommunikation und Zusammenarbeit im Sinne derjenigen geht, die Unterstützung benötigen.“

„Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe“, erklärt die gebürtige Hessin. Bereits seit dem 1. November ist sie an Annette Hillmann-Hartungs Seite. „Es ist sehr wichtig für mich und meinen Start hier im Landkreis Nienburg, dass sie mich in die Sozial- und Gesundheitsszene eingeführt hat“, erklärt sie. So sei ihr Nienburg schon ein wenig vertraut geworden. „Die Menschen, die ich bis jetzt kennen gelernt habe, habe ich sehr bodenständig, sehr positiv erlebt“, sagt sie und meint „Menschen im sozialen Bereich, die für ihre Arbeit brennen, denen es um das gemeinsame Ziel, die Vermittlung, Kommunikation und Zusammenarbeit im Sinne derjenigen geht, die Unterstützung benötigen.“ Ein Netzwerk, in dem mitzuwirken sie sich freue.

Seit über einem Jahr ist Walderbach auch für die Kontaktstelle Bückeburg zuständig. Sie, die im Landkreis Schaumburg wohnt, habe von dort einen klaren Auftrag der Selbsthilfegruppen erhalten: Junge Leute für die Selbsthilfe zu sensibilisieren. Vorurteile abbauen, motivieren, sich in der Selbsthilfe zu engagieren. Dies könnte auch Blickrichtung für Nienburg werden. Um die junge Selbsthilfe in Gang zu bringen, gehe sie in Schulen, informiere, kläre auf. Was sie sich wünscht? „Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen, den Kolleginnen und Kollegen, spannende Projekte, damit KIBIS zentral im sozialen Gesundheitswesen in der Region bleibt: Ein starker Baum, der weiter wächst, sich verzweigt und immer wieder Früchte trägt.“

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Erstellt:
9. Dezember 2016, 21:00 Uhr
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