27.01.2013

Anstrengend, aber auch spannend

Schülergruppe des Marion-Dönhoff-Gymnasiums ist im März für drei Wochen in Südafrika

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Eine sicherlich besonders anstrengende, aber auch besonders spannende Zeit steht sieben Schülerinnen und Schülern des Marion-Dönhoff-Gymnasium ins Haus. Vom 7. bis 25. März werden Niklas Winkelmann, Sarah Lohse, Laura Hansen, Luisa Keibel, Vanessa Dehmel, Jasper Rabe und Laura Kramer zusammen mit Lehrer Stephan Homberg und Lehrerin Kirsten Waßmann nach Südafrika reisen. Zum einen, um Land und Leute zu besuchen, im wesentlichen aber, um die Projekte auch persönlich kennenzulernen, die sie und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler schon seit langem unterstützen.

Beim Adventsbasar der Stadt Nienburg rund um die Martinskirche im vergangenen Dezember, aber auch bei jeder anderen sich bietenden Gelegenheit haben sie beispielsweise von Frauen in der Provinz Kwa Zula Natal im Rahmen eines Selbsthilfeprojektes gefertigte Handarbeiten verkauft. Kleine geflochtene Körbchen für fünf Euro beispielsweise, aber auch mit Perlen besetzte Taschen für 25 Euro. Und das gleich in doppelter Hinsicht für einen guten Zweck.

Ein Zeil des Erlöses fließt zu den Frauen zurück und trägt damit dazu bei, dass mittlerweile 400 Familien von diesen Hobbykunst-Artikeln leben können. „Das hat den großen Vorteil, dass die Männer bei ihren Familien bleiben können und sich nicht irgendeine Arbeit in einer häufig weit entfernten Stadt suchen müssen. Die Frauen tragen mit ihrem handwerklichen Geschick damit indirekt auch dazu bei, dass die AIDS-Rate in dieser Region recht niedrig ist, berichtet Stephan Homberg.

Der Husumer war zuletzt vor drei Jahren in Südafrika. Von dem Land und seinen Menschen „infiziert“ wurde er aber bereits vor fast 20 Jahren. 1995 hat Stephan Homberg an einer deutschen Schule in Südafrika gearbeitet. Die nach wie vor bestehenden Kontakte haben ihn und seine Familie zum einen zu den „Wezandla-Crafts“ geführt.

Unterstützt wird mit dem Erlös aus dem Verkauf der Handarbeiten aber auch noch in zweites Projekt: ein privater Kindergarten, der von einer ehemaligen Krankenschwester errichtet wurde.

30 bis 40 Mädchen und Junge zwischen zwei und sechs Jahren werden dort Tag für Tag betreut. Sie erhalten eine warme Mahlzeit, erfahren, dass es besser ist, sich mehrmals am Tag die Hände zu waschen, lernen aber auch die Bedeutung von Ampeln kennen oder werden – wie in einer Vorschule – im Zählen und in der englischen Sprache unterrichtet.

Während ihres Aufenthaltes wollen die Neunt- und Zehntklässler unter anderem dafür sorgen, dass an dem Kindergarten-Gebäude Dachrinnen angebracht werden, dass das Plumpsklo künftig mit einer Tür verschlossen werden kann und dass die Einrichtung eine Zisterne erhält.

Die Schülerinnen und Schüler werden außerdem einen Abstecher zur Ostküste unternehmen, ein Tierreservat besuchen und eine Stephan Homberg ebenfalls bereits bestens bekannte Highschool ansteuern. Mit dem ehrgeizigen Ziel, die Voraussetzungen zu schaffen für eine Schulpartnerschaft zwischen dem Marion-Dönhoff-Gymnasium in Nienburg und ebendieser Schule im Norden Südafrikas.

Zum Artikel

Erstellt:
27. Januar 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 26sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.