Nienburg 23.03.2017 Von Die Harke

Anwälte prüfen Liedtexte vor Veröffentlichung

Vortragsveranstaltung „Rechtsrock – Begleitmusik zu Mord und Totschlag“ mit Jan Raabe in Nienburg

Kürzlich fand eine von der Jugendgruppe „[DATENBANK=388]Against Racism[/DATENBANK]“ Nienburg organisierte Veranstaltung mit dem Thema „Rechtsrock – Begleitmusik zu Mord und Totschlag“ im [DATENBANK=626]CJD Nienburg[/DATENBANK] statt. Der Referent Jan Raabe informierte die etwa 20 Teilnehmenden dabei über rechten Rap mit Hilfe von Soundbeispielen und Liedtexten. Dazu heißt es: „Im Landkreis Nienburg wohnt seit Jahren der ehemalige westfälische Sektionsleiter des seit 2000 verbotenen, rechtsextremen Netzwerks ,Blood & Honour‘. Auch die derzeitige Neonaziszene in Nienburg ist auf Rechtsrock-Konzerten anzutreffen. Zudem sind Mitarbeitende des Maßregelvollzugs im Landkreis nach eigenen Aussagen oft mit rechter Musik konfrontiert.“

Der Begriff „Rechtsrock“ beziehe sich nicht auf ein Genre, sondern auf alle Musikstile die neonazistische Inhalte verbreiten. Pro Jahr würden momentan etwa 100 professionell produzierte Tonträger deutscher Neonazi-Bands erscheinen.

Häufig würden Bands ihre Liedtexte durch Anwälte prüfen, sodass diese knapp unter die Grenze zur Volksverhetzung fallen. So könnten sie ihre CDs legal verkaufen und Geld verdienen. Die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ habe allerdings noch die Möglichkeit, die Texte als jugendgefährdend einzustufen.

Nach Raabes Einschätzungen werde Rap nicht das Sprachmittel der Rechtsextremen werden, in den nächsten Jahren sei jedoch ein Anstieg der Platten mit rechtem Rap aber wahrscheinlich. Versuche, den Modestil des Rap in der rechten Szene zu etablieren seien gescheitert. Rap werde aber als Mittel angesehen, neue jugendliche Zielgruppen anzusprechen und sei bei jungen Neonazis, wie bei den sogenannten „Autonomen Nationalisten“, die in Auftreten und Aktionsformen bewusst die linke autonome Bewegung kopieren, durchaus beliebt.

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Erstellt:
23. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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