Zeitzeuge Karl Payuk zu Gast an der OBS Uchte. OBS Uchte

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Uchte 04.06.2019 Von Die Harke

Appell, den Frieden zu bewahren

Uchter Oberschüler erlebten Geschichte hautnah

„Vertreibungen, Boykotte, Zwangsarbeit, Deportationen hat es während des Nationalsozialismus in Deutschland täglich gegeben, aber auch hier bei uns?“ – Dieser Frage ist der Ganztagskurs „Stolpersteine“ des Jahrgangs sieben der Oberschule Uchte gemeinsam mit Lehrerin Silke Wiehe nachgegangen. Dazu gehörte auch ein Besuch der ehemaligen Pulverfabrik und des angeschlossenen Arbeitserziehungslager in Liebenau. Groß war die Überraschung, als Martin Guse, der Leiter der Dokumentationsstelle, zusätzlich ein Zeitzeugengespräch mit Karl Payuk (93) offerierte.

Der Ukrainer wurde 1942 im Alter von 16 Jahren nach Deutschland verschleppt und nach einem Fluchtversuch für 22 Tage im Arbeitserziehungslager Liebenau inhaftiert. Anschließend war er Zwangsarbeiter in einem Stahlwerk in Salzgitter, bevor er sich im April 1945 im Todeszug nach Bergen-Belsen befand und sich nach dem Beschuss des Zuges in Celle der „Hasenjagd“ ausgesetzt sah. Nach der Befreiung des KZ Bergen-Belsen und überstandener Typhus-Erkrankung kehrte er in seine Heimat zurück.

Er berichtete unaufgeregt und ohne erhobenen Zeigefinger aus dieser Zeit. Eindrucksvoll war für die Schüler, als Payuk auf Deutsch den Gesang anstimmte, den er als Zwangsarbeiter in Salzgitter singen musste: „Zur Arbeit gehen, zur Arbeit gehen ...“ Er beschloss den Nachmittag mit dem eindringlichen Appell: „Liebe Kinder, bewahrt bitte den Frieden!“

Drei Tage später erlebten die Schüler einen kleinen Teil der Lebensgeschichte Payuks in Liebenau hautnah: In den Gebäuden zu stehen, in denen er Payuk – kaum älter als die Jugendlichen selbst – vor 77 Jahren zur Arbeit gezwungen worden war, hinterließ Eindruck. Das dunkle Kapitel „Zwangsarbeit hier bei uns“ hat so ein Gesicht erhalten und wird nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

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Erstellt:
4. Juni 2019, 09:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 50sec

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