Der Rat der Stadt Nienburg hat den Arbeitskreis Gedenken beauftragt, die Zentrale Gedenkstätte am Weserwall um ein Mahnmal für alle NS-Opfergruppen zu ergänzen.  Stadt Nienburg

Der Rat der Stadt Nienburg hat den Arbeitskreis Gedenken beauftragt, die Zentrale Gedenkstätte am Weserwall um ein Mahnmal für alle NS-Opfergruppen zu ergänzen. Stadt Nienburg

Nienburg 07.04.2019 Von Die Harke

Arbeitskreis bittet um Spenden

Zentrale Gedenkstätte am Weserwall soll künftig auch an die Opfer der Nationalsozialisten erinnern

Der Rat der Stadt Nienburg hat den Arbeitskreis Gedenken beauftragt, die Zentrale Gedenkstätte am Weserwall um ein Mahnmal für alle NS-Opfergruppen zu ergänzen. Dort erinnern bisher das Denkmal der „Trauernden“ an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges sowie zwei weitere Steinmonumente an die Opfer des Zweiten Weltkrieges und an die Opfer von Gewalt und Vertreibung.

Es gibt bisher kein repräsentatives Mahnmal in der Stadt, das an zentraler Stelle und in angemessener Weise an alle Nienburger Opfer des Nationalsozialismus erinnern würde. Diese Lücke in der Gedenkkultur Nienburgs wurde von Vertretern der Opfergruppen, aber auch von Kommunalpolitikern und der Zivilgesellschaft wiederholt beklagt.

Auf der Rasenfläche zwischen dem Weserwall-Weg und den vorhandenen Denkmalen soll das Mahnmal für alle NS-Opfergruppen entstehen.

Das Mahnmal lehnt sich in der Gestaltung an das Friedensmahnmal an der Erichshagener Corvinus-Kirche an. Auf einem gepflasterten Rondell errichtet, sollen vier gläserne Stelen Widmungen an die verschiedenen Opfergruppen tragen. Außerdem werden Namenstafeln der Nienburger Opfer mit ihren Lebensdaten an der Mauer angebracht, die den Erinnerungsort zwischen der „Trauernden“ und den bestehenden Steinmonumenten gliedert.

Auf diese Weise sollen den künftigen Besucherinnen und Besuchern sowohl die Zusammenhänge der Verfolgung durch das NS-Regime wie auch das individuelle Leid der von dieser Verfolgung betroffenen Menschen bewusstgemacht werden.

Im Zuge der Neugestaltung wird die Zentrale Gedenkstätte durch die Anlage von Zuwegungen und die Errichtung von Informationstafeln besser begehbar und verständlich gemacht. Ziel ist ein Erinnerungsort, der Gedenken und Lernen mit einander verbindet und allen Altersgruppen die Auseinandersetzung mit Krieg, Verfolgung und NS-Verbrechen zugänglich macht. Gleichzeitig wird eine zeitgemäße Gestaltung der offiziellen Gedenktage bis hin zum „Volkstrauertag“ erleichtert.

Die Ergänzung und Neugestaltung der Zentralen Gedenkstätte am Weserwall wird ein finanzielles Volumen von etwa 15 000 Euro haben. Die Kosten des Projekts sollen weitestgehend durch Sponsoren und Spenden getragen werden.

Der Arbeitskreis Gedenken bittet deshalb um Spenden für das Vorhaben. „Wir sprechen alle Nienburger Unternehmen ebenso an wie die Bevölkerung allgemein“, sagt dazu der Vorsitzende des Arbeitskreises, Thomas Gatter. Das würde zeigen, dass die Zielsetzung der Erinnerungskultur in der Stadtgesellschaft verankert ist, und es würde ein nachhaltiges Zeichen gegen die Diffamierungsversuche des Gedenkens durch rechtspopulistische Kreise gesetzt werden.

Der Arbeitskreis Gedenken bittet um Spenden per Überweisung auf das Konto mit der IBAN: DE26 2565 01060036335503 bei der Sparkasse Nienburg, BIC: NOLADE21NIB, gegebenenfalls unter Angabe der Anschrift, damit eine Spendenquittung ausgestellt werden kann.

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Erstellt:
7. April 2019, 16:32 Uhr
Lesedauer:
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