Die ersten Wände der Rettungswache in Hoya stehen. Die Fertigstellung verzögert sich um circa vier Monate. Foto: Diekmann / ASB

Die ersten Wände der Rettungswache in Hoya stehen. Die Fertigstellung verzögert sich um circa vier Monate. Foto: Diekmann / ASB

Hoya 23.02.2021 Von Die Harke

Archäologische Funde verzögern Bau

Die ASB-Rettungswache in Hoya wird etwa vier Monate später fertig als geplant

Auf dem ehemaligen Krankenhausgelände in Hoya baut der ASB eine zeitgemäße Rettungswache sowie eine Tagespflege für Senioren mit 20 Betreuungsplätzen.

Das ist bereits seit dem Spätsommer bekannt. Fast pünktlich mit dem geplanten Baubeginn Ende September ist Betrieb auf dem ausgewiesenen Grundstück am Rande der Stadt. Die Rohbauten stehen trotzdem noch nicht und das liegt nach Mitteilung des ASB nicht nur an der Corona-Pandemie.

Zuletzt seien die Arbeiten von den Schneemassen behindert worden; davor und bis jetzt von der Entdeckung des Fundaments einer Bockwindmühle aus dem 17. Jahrhundert verzögert. Archäologen haben die Grundmauern freigelegt und mit der Abtragung von neu nach alt begonnen. Es sei eine Auflage der Denkmalschutzbehörde, Entdeckungen, die archäologische Bedeutung haben könnten, entsprechend zu dokumentieren. Die Kosten dafür müssten die Samariter als Bauherr tragen.

Um so erleichterter zeigte sich jetzt ASB-Geschäftsführer Jens Sewohl: „Endlich sind nennenswerte Fortschritte zu sehen.“ Ende Januar seien die Streifenfundamente und die Bodenplatte der Rettungswache gegossen worden; inzwischen stehen die ersten Wände. Damit verschiebe sich der Rettungswachenbau um rund vier Monate, wenn ab sofort alles planmäßig laufe. Die Verzögerungen für die Tagespflege seien noch nicht genau auszumachen.

„Als uns die erste Nachricht von der Entdeckung erreichte und der Baustopp verhängt wurde, waren wir ehrlich gesagt etwas erschüttert“, gibt Sewohl zu. Man dürfe nicht vergessen, dass die Mehrkosten nicht ganz unerheblich seien. Inzwischen hätten sich die Samariter mit der Situation nicht nur abgefunden und die Gesamtfinanzierung mit der Sparkasse Nienburg auf solide Beine gestellt, sondern betrachteten es als etwas Besonderes, dass die Tagespflege an diesem Ort gebaut wird.

ASB-Pressesprecherin Anke Diekmann: „In der Literatur stehen Mühlen symbolisch für Produktivität, stetige Kraft, aber auch für Langsamkeit, Leidenschaft, Gelassenheit und Einfallsreichtum.“ Vielleicht gelinge es, diese Eigenschaften auch auf die neue Tagespflege zu übertragen, meint sie.

In keinem Fall wolle man einfach Gras über die alte Mühle wachsen lassen. „Wir werden die historische regionale Bedeutung aufgreifen“, verspricht Jens Sewohl. Angedacht sei, unter anderem mit alten Fotos und, soweit möglich, Erzählungen von früher daran zu erinnern.

Hier bitten die Samariter Hoyas Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe. „Wir freuen uns, wenn sich Menschen, die noch Fotos von der alten Mühle haben oder Geschichten von damals erzählen können und möchten, bei uns melden“, sagt Anke Diekmann. Die Erzählungen und Fotos sollten gesammelt und dann für die Darstellung aufgearbeitet werden.

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Erstellt:
23. Februar 2021, 22:12 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 14sec

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