Wollen Parolen künftig Paroli bieten mit besseren Argumenten: Die Teilnehmenden des Workshops in Nienburg erarbeiteten dafür Strategien. WABE

Wollen Parolen künftig Paroli bieten mit besseren Argumenten: Die Teilnehmenden des Workshops in Nienburg erarbeiteten dafür Strategien. WABE

Nienburg 01.02.2017 Von Die Harke

Argumentationstraining gegen Stammtischparolen

WABE und Kreisjugendring Nienburg organisieren Workshop / „Vorurteile dienen dazu, Probleme auf andere zu verlagern“

Im Supermarkt, in der Schule, im Freundeskreis oder in der Familie: Rechte Sprüche und diskriminierende Äußerungen werden von vielen Menschen in Deutschland fast täglich erlebt. Egal, ob jemand selbst Zielscheibe ist oder Zeugin oder Zeuge eines solchen Angriffs wird – „es ist nicht immer leicht, einen befriedigenden Umgang mit einer solchen Situation zu finden“, schreibt das [DATENBANK=147]Weser-Aller-Bündnis[/DATENBANK]: Engagiert für Demokratie & Zivilcourage (WABE) in einer Mitteilung. Wir wollen die Handlungssicherheit junger Leute im Alltag stärken.

Deshalb bot WABE im Rahmen des Projektes „Partnerschaft für Demokratie“ gemeinsam mit dem Kreisjugendring Nienburg ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen für Jugendleiterinnen und Jugendleiter sowie andere Interessierte an. Der Kreis der Teilnehmenden habe ein Spektrum vom Schützenverein über Jugendinitiativen bis zu Fachkräften der Jugendarbeit umfasst, wird mitgeteilt.

„Wir wollen die Handlungssicherheit junger Leute im Alltag stärken“, berichtet [DATENBANK=504]Rudi Klemm[/DATENBANK] von WABE, der das Training mit Wiebke Seidel durchgeführt hat.

Im Workshop haben sich alle anhand von Übungen mit menschenfeindlichen und rechtspopulistischen Argumentationsmustern auseinandergesetzt, tauschten sich über Grenzen der „Toleranz“ und der Diskussionskultur aus und entwickelten gemeinsam argumentative Handlungsstrategien.

Häufig sagen die Stammtischparolen mehr über den, der sie äußert und seine Defizite aus, als über diejenigen, die er diskriminieren will.

Dazu informieren die Organisatoren: „Dabei wurde zunächst herausgearbeitet, was die Kennzeichen von Stammtischparolen und Vorurteilen sind und vielfältige Beispiele aus dem Alltag der Teilnehmenden zusammengetragen. Anschließend wurden einzelne Beispiele aufgegriffen und in Rollenspielen erprobt, wie man diesen Parolen begegnen kann. Dabei lernten die Teilnehmenden mit Spaß und Engagement viel voneinander und miteinander. Sie sahen sich am Ende des Workshops gestärkt darin, den dumpfen Parolen in Zukunft Paroli zu bieten. Sie wissen jetzt, dass der Widerspruch oder eine Frage einer Person ausreichen kann, um Hetzparolen wie Seifenblasen zerplatzen zu lassen.“

Klemm: „Häufig sagen die Stammtischparolen mehr über den, der sie äußert und seine Defizite aus, als über diejenigen, die er diskriminieren will!“ Er bezieht sich dabei auf sozial- und individualpsychologische Theorien, die davon ausgehen, dass aggressive Vorurteile und Stammtischparolen dazu dienen, eigene Probleme auf andere Menschen(-gruppen) zu verlagern. Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“

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Erstellt:
1. Februar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 06sec

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