Dr. Nicol Hollmann übernimmt am 1. Oktober die Praxis von Dr. Hubert Schulte in Liebenau. Foto: Samtgemeinde Liebenau

Dr. Nicol Hollmann übernimmt am 1. Oktober die Praxis von Dr. Hubert Schulte in Liebenau. Foto: Samtgemeinde Liebenau

Liebenau 14.05.2020 Von Die Harke

Arztnachfolge in Liebenau gesichert

Dr. Nicol Hollmann folgt auf Dr. Hubert Schulte / Nahtlose Praxisübernahme im Oktober

Gute Nachricht für die Liebenauer Bürgerinnen und Bürger: Der Ort bleibt weiterhin hausärztlich versorgt. Dr. Nicol Hollmann übernimmt die Praxis des Liebenauer Allgemeinmediziners Dr. Hubert Schulte zum 1. Oktober 2020. Das hat die Samtgemeinde Liebenau gestern mitgeteilt.

Damit bleibt die ärztliche Versorgung, um die sich viele Liebenauerinnen und Liebenauer große Sorgen machen, gesichert. Dr. Hubert Schulte wird seine Praxis, die ursprünglich zum 30.Juni aus Altergründen aufgegeben werden sollte, bis Ende September weiterführen, damit eine nahtlose Praxisübernahme ohne vorübergehende Vakanz ermöglicht wird. „Dr. Schulte zeigt sich erleichtert, dass es doch noch gelungen ist, eine Praxisnachfolgerin präsentieren zu können“, heißt es in der Pressemitteilung.

Langfristig hausärztliche Versorgung sicherstellen

Die 53-jährige Internistin Nicol Hollmann möchte sich nach langjähriger Tätigkeit in der Klinik, zuletzt als leitende Oberärztin im Westpfalz-Klinikum Rockenhausen in Rheinland-Pfalz, jetzt als hausärztlich tätige Internistin niederlassen. Dabei möchte sie durch die Übernahme der Hausarztpraxis in Liebenau langfristig die hausärztliche-internistische Versorgung sicherstellen. Dazu sollen noch weitere medizinische Geräte angeschafft werden. Gebürtig aus Hildesheim, studierte sie in Hannover Medizin und war im Rahmen der internistischen Ausbildung in Hildesheim tätig. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit in einer Lungenklinik in Sachsen wechselte sie nach Rheinland-Pfalz und nahm dort eine Oberarztstelle an.

„Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe“, sagt Holmann. „In der hausärztlichen Versorgung steht jeder Patient in seiner individuellen Situation im Fokus. Gerne komme ich wieder nach Niedersachsen. Die Region Mittelweser ist sehr einladend, die Nordsee ist gut zu erreichen, und der Kontakt nach Hildesheim besteht weiterhin.“

Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe. In der hausärztlichen Versorgung steht jeder Patient in seiner individuellen Situation im Fokus. Gerne komme ich wieder nach Niedersachsen.
Dr. Nicol Hollmann

Auch aus der Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) in Verden besteht große Erleichterung, dass es wieder gelungen ist, eine Versorgungslücke im ländlichen Bereich schließen zu können. Durch die bevorstehende Schließung der Praxis von Dr. Schulte war eine Kompensation der Versorgung durch die benachbarten Praxen kaum möglich, da diese selber sehr stark belastet wa-ren. Deshalb hat die KVN im April dieses Jahres kurzfristig als Einzelfördermaßnahme einen Investitionskostenzuschuss für eine Neu-Niederlassung in Liebenau beschlossen.

„Durch die Praxisberatung der KVN Bezirksstelle Verden konnte Dr. Hollmann auf die Niederlassungsmöglichkeit in Liebenau aufmerksam gemacht werden. Die weiteren Gespräche mit der Gemeinde und Dr. Schulte führten dann zu diesem guten Ergebnis“, sagt Uwe Folk von der Samtgemeindeverwaltung. „Rückblückend zeigt sich, dass die seit langer Zeit bestehenden Kontakte und gemeinsamen aber auch individuellen Bemühungen der Gemeinde Liebenau und der KVN-Bezirksstelle Verden letztendlich zu einem guten Ergebnis geführt haben. Es zeigt aber auch, dass die Suche nach ärztlichen Nachwuchs auf dem Lande weiterhin kein Selbstläufer ist und ein langer Atem benötigt wird.“

Erleichterung bei der Gemeinde

Die Nachricht sorgt auch bei der Gemeinde Liebenau für Erleichterung. Bürgermeisterin Margit Schmidt sagte: „Wir freuen uns unbeschreiblich, dass es gelungen ist, die ärztliche Versorgung in Liebenau mit der Praxisübernahme durch Frau Dr. Hollmann zu sichern. Dadurch kann auch die Stern-Apotheke weitergeführt werden. Das sind wichtige Bausteine für eine positive Gemeindeentwicklung.“

Der Flecken Liebenau hat sich in der Arztfrage in den letzten Jahren stark engagiert und verschiedene Lösungsansätze verfolgt, um eine drohende ärztliche Versorgungslücke im Ort zu vermeiden.

Stellenausschreibungen in überregionalen Fachzeitschriften brachten keinen Erfolg. „Die Etablierung von Zweigstellen anderer Arztpraxen aus den umliegenden Orten oder eines Medizinischen Versorgungszentrums lassen sich nicht kurzfristig umsetzen, wenn die Ärzte fehlen“, so Liebenaus Gemeindedirektor Walter Eisner. „Wir können uns glücklich schätzen, dass es mit Hilfe der Kassenärztlichen Vereinigung Verden jetzt wieder eine Hausärztin in Liebenau gibt.“

Anja Lesemann von der Verwaltung des Forstgut Eickhofs sagt zu dem neuen Zuzug: „ Als Vermieter ist es sehr erfreulich, einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der lokalen medizinische Infrastruktur in unserer Gemeinde, an dem bekannten und gut erreichbaren Standort Lönsweg 2a zu leisten. Wir freuen uns auf ein weiterhin gutes nachbarschaftliches Miteinander.“

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Erstellt:
14. Mai 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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