Besuch im Sägewerk: Ralf Schlesselmann im Gespräch mit Landwirtschaftsminister Christian Meyer und Landesforstenpräsident Dr. Klaus Merker (von links). Landesforsten

Besuch im Sägewerk: Ralf Schlesselmann im Gespräch mit Landwirtschaftsminister Christian Meyer und Landesforstenpräsident Dr. Klaus Merker (von links). Landesforsten

Landkreis 22.11.2016 Von Die Harke

Aspekte einer modernen Waldbewirtschaftung erörtert

Forst- und Landwirtschaftsminister Meyer informierte sich beim Forstamt Nienburg über Forst- und Holzwirtschaft

Auf Einladung der Niedersächsischen Landesforsten besuchte Forstminister Christian Meyer die Revierförsterei Erdmannshausen des [DATENBANK=582]Forstamtes Nienburg[/DATENBANK], um sich über aktuelle Themen der Forst- und Holzwirtschaft zu informieren. Treffpunkt war das Sägewerk Schlesselmann in Graue. Forstamtsleiter Henning Schmidtke sowie Geschäftsführer Ralf Schlesselmann begrüßten neben Minister Meyer auch den Präsidenten der Landesforsten, Dr. Klaus Merker sowie den Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft, Hans von der Goltz. Das haben die Landesforsten mitgeteilt. In einer gut einstündigen Führung durch seinen Betrieb erläuterte Schlesselmann, welche Bedeutung – neben einer motivierten Mitarbeiterschaft und einer flexiblen, kundenorientierte Produktion – die regionale Verfügbarkeit des Rohstoffes Holz habe. Eine schnelle Bereitstellung und kurze Lieferwege aus den umliegenden Wäldern der Landkreise Diepholz und Nienburg seien Voraussetzung für das Überleben eines mittelständischen Unternehmens in einem Markt, der von großen Sägewerken beherrscht werde.

Vier Generationen haben den Familienbetrieb zu dem gemacht, was er heute ist

„Vier Generationen haben den Familienbetrieb zu dem gemacht, was er heute ist. Die fünfte Generation steht in den Startlöchern und ist bereit, Verantwortung zu übernehmen“, so Schlesselmann. Dafür müssten aber die Rahmenbedingungen stimmen.

„Generationsübergreifende Verantwortung“, unter dieser Überschrift stand auch der nächste Exkursionspunkt in einem zur Verjüngung anstehenden Buchen-Weißtannenmischwald. Dort hatte Revierförster Peter Braunert kleinere Flächen einzäunen lassen, um den Einfluss von Reh- und Damwild auf die nachwachsende Waldgeneration zu demonstrieren: innerhalb des Zaunes – weil geschützt – gebe eine vielfältige, vitale Naturverjüngung, außerhalb des Zaunes – wenn überhaupt – nur wenige, stark verbissene kleine Pflänzchen, die keine Chance hätten, einmal den stabilen Mischwald der Zukunft zu bilden.

Hans von der Goltz nutze dieses Waldbild, um wesentliche Positionen der Arbeitsgemeinschaft darzustellen. Dazu gehöre eine Jagdausübung, die zu einer Balance von Wald und Wild führen solle. Nur so werde ein eingezäunter Wald entbehrlich. Er appellierte an Minister Meyer, hierfür die jagdrechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. „Ich weiß, wir können nicht alle Jäger überzeugen, für einen angepassten Wildbestand zu sorgen, aber wer jagen will, der soll auch dürfen“, fasste von der Goltz zusammen.

Die Weißtanne gewinnt an Bedeutung für den naturnahen Waldbau

Er betonte, dass die Weißtanne vor dem Hintergrund des prognostizierten Klimawandels als stabile, ökologisch unbedenkliche Mischbaumart zunehmend an Bedeutung für den naturnahen Waldbau in Niedersachsen gewinne. Sie solle daher verstärkt forstlich gefördert werden.

Die Besichtigung einer sich im Einsatz befindlichen Holzerntemaschine des forstamtseigenen Maschinenstützpunktes, die auch Holz für das Sägewerk Schlesselmann erntet, war der letzte Anlaufpunkt des Ministerbesuches. Maschinenführer Martin Grobermann informierte Minister Meyer über die Vorteile einer solchen Maschine hinsichtlich Arbeitssicherheit, Vermeidung von Fällschäden und effektiver Holzbereitstellung.

Forstamtsleiter Schmidtke zieht eine positive Bilanz. Es sei wichtig, miteinander zu reden. Aber alles Reden nütze nichts, wenn man nicht wisse, über was man spreche.

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Erstellt:
22. November 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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