Wer hat schon gern Atommüll vor der Tür? Foto: MC Rendered Artwork - stock.adobe.com

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Lichtenhorst 05.09.2020 Von Holger Lachnit

Atommüll-Endlager bei uns im Landkreis?

Guten Tag – ein Kommentar

Am 28. September wird in Berlin die Liste für Standorte eines möglichen Atommüll-Endlagers vorgestellt. Was der Landkreis Nienburg damit zu tun hat? Hoffentlich nichts!

Da aber keine Region grundsätzlich ausgeschlossen ist, ist noch alles möglich. Und es gibt eine Vorgeschichte: In den 1970-er Jahren waren drei Orte für den Bau eines „Nuklearen Entsorgungszentrums“ mit einem Atommüll-Endlager und einer Wiederaufbereitungsanlage von der Bundesregierung ins Auge gefasst worden: Lutterloh in der Südheide nahe Herrmannsburg, Gorleben –und Lichtenhorst.

Ein wesentlicher Grund für diese Auswahl war, dass sich unter allen Orten ein großer Salzstock befindet. Im Sommer 1976 tauchten Vermessungstrupps im Wald bei Lichtenhorst auf. Im September jenes Jahres sollte im Frankenfelder Bruch zwischen Lichtenhorst und Rethem eine Erkundungsbohrung erfolgen. Daraufhin gründete sich die Bürgerinitiative „Rund ums Lichtenmoor“, die dann jede Woche im Stöckener Schützenhaus tagte. Sie organisierte unter anderem im November 1976 eine Trecker-Demonstration nach Hannover.

Was dann passierte, ist bekannt. Gorleben im Landkreis Lüchow-Dannenberg wurde als Zwischenlager für noch radioaktiven Abfall ausgewählt und 1995 in Betrieb genommen. Parallel wurde geprüft, ob der dortige Salzstock für ein Endlager geeignet wäre.

Am 28. September soll nun der Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung veröffentlicht werden. Bis zu 100 Gebiete könnten in der Auswahl sein. Dieses Datum könnte also auch ein für den Landkreis Nienburg spannender Tag werden.

Bitte halten Sie Abstand, damit Sie gesund bleiben.

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Erstellt:
5. September 2020, 05:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 43sec

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