19.01.2014

„Atommülllager kritisch begleiten“

Dr. Angelika Claußen und Ursula Schönberger informierten in Leese

Leese. Die Bürgerinnen und Bürger in Leese und Umgebung müssen den Betrieb im Atommülllager Leese im Bio-Energie Park Oehmer Feld auch weiterhin kritisch begleiten und öffentlichen Druck auf die Verantwortlichen ausüben. Dies war das Fazit eines Informationsabends des Anti-Atom Kreises Nienburg und des Runden Tisches Energiewende Stolzenau im völlig überfüllten Clubraum des Hotels Pirandello in Leese. „Das Atommülllager Leese ist und bleibt ein wichtiger Baustein im Entsorgungskonzept der Bundesregierung“, machte Ursula Schönberger, Politologin und Autorin des fast 300-seitigen Sorgenberichtes der Atommüllkonferenz gleich zu Anfang ihres Vortrages deutlich. Sie musste den Leeser Bürgerinnen und Bürgern auch die Hoffnung auf eine schnelle Verlagerung des in Leese gelagerten Atommülls in das geplante Endlager „Schacht Konrad bei Salzgitter nehmen.

„Das Endlager Schacht Konrad kann wahrscheinlich nicht vor dem Jahr 2024 in Betrieb gehen, es ist für eine Endlagerung nur bedingt sinnvoll und es kann die anfallenden Mengen von Atommüll gar nicht aufnehmen. Die Atommüllabfälle werden noch lange in den jetzigen Standorten verbleiben. Es wird mit einem Zeitraum von 40 Jahren gerechnet. “, so die Referentin.

Auch Dr. Angelika Claußen, Vertreterin der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW, konnte keine Beruhigung für die Leeser Bevölkerung aussprechen. „Bereits die Aufnahme relativ geringer Strahlendosen erhöhe das Krebsrisiko. Besonders gefährlich ist das für Kleinkinder und Babys, erläuterte die Ärztin. „Ich kann den Menschen in Leese und Umgebung nur zur Vorsicht und einer hohen Aufmerksamkeit raten“ erklärte Angelika Claußen abschließend.

In der abschließenden Diskussion wurden noch einmal die unzureichenden Kontrollen, die Gefahr von Unfällen mit radioaktiven Stoffen sowie die völlige Intransparenz der Firma Eckart & Ziegler angesprochen. Vielfach verunsichert zeigten sich die Bürgerinnen und Bürger auch über den angedachten Hallenneubau der Landesregierung. Selbst, wenn die Landesregierung besten Willens sei, so könne doch der Ausbau zu einem Endlager das praktische Ergebnis sein.

Uwe Schmädeke, der für den Anti-Atom Kreis Nienburg die Moderation übernommen hatte, nahm die Forderungen der Anwesenden als Auftrag auf und umriss schon mal die zukünftigen Aufgaben: „Wir werden das Atommülllager Leese und den Dienstleister Eckart &Ziegler Nuclitec auch weiterhin kritisch begleiten und die Öffentlichkeit weiter aktiv informieren.“ DH

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Erstellt:
19. Januar 2014, 00:00 Uhr
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