Der zweite ransport aus Leese wird vorbereitet. Symbolfoto: bluedesign - stock.adobe.com

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Leese 27.10.2020 Von Die Harke

Atomtransporte aus Leese rollen

Betriebsunfall: Fass stürzt ab und wird verbeult

Im Zwischenlager Leese lagern unter anderem 1484 Fässer mit radioaktiven Altabfällen des Landes Niedersachsen, die in der früheren Landessammelstelle Steyerberg in den 1980er- und 1990er-Jahren angenommen wurden.

Für eine spätere Einlagerung im künftigen Endlager „Schacht Konrad“ müssen sie in für das Endlager zugelassene Container verpackt werden. Das geschieht auf dem Gelände der Firma Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) in Jülich, da diese Arbeiten nicht in Leese erfolgen können. Das hat das niedersächsische Umweltministerium mitgeteilt.

Am 24. September wurde eine erste Charge von 26 Fässern mit radioaktiven Altabfällen aus dem Zwischenlager Leese abtransportiert. Die übrigen Fässer mit radioaktiven Altabfällen werden nach und nach in weiteren Chargen in 20-Zoll-Transportcontainern folgen. Der nächste Transport sei noch im Oktober geplant, also in dieser Woche.

Vor dem Abtransport aus Leese werden die Fässer nach Ministeriumsangaben einzeln von außen inspiziert und ihre Transportfähigkeit überprüft, wozu auch eine Messung des Innendrucks in den Fässern gehört. Bei der Inspektion der Fässer für die ersten zwei Transportchargen wurden dabei ein Fass mit Korrosionsspuren und vier Fässer mit leicht erhöhtem Innendruck festgestellt. Diese Fässer bleiben vorerst in Leese. Sie werden entsprechend dem Gesamtkonzept für die längerfristige Zwischenlagerung von leicht- und mittelradioaktiven Abfällen regelmäßig inspiziert. Das Fass mit Korrosionsspuren wurde zudem in ein Überfass eingestellt.

„Bei der Umlagerung von Fassgebinden aus einem anderen Fass-Kontingent („Kontingent der GE-Fässer“) waren zuvor bereits sechs weitere Fassgebinde mit einem gewölbten Deckel auffällig geworden, was ebenfalls auf einen erhöhten Innendruck hindeutet“, heißt es weiter.

Aktuell werde der zweite Transport von Fassgebinden vorbereitet. Beim Abstapeln von Fässern aus dem Fassstapel stürzte dabei am 28. September wie berichtet ein Fass ab, wobei es leicht verbeult wurde. Es seien keine radioaktiven Stoffe ausgetreten. Das Fass sei in ein Überfass gestellt worden. Zurzeit werde die Ursache näher untersucht, und es würden Maßnahmen zur Verhinderung einer Wiederholung erarbeitet. Erst wenn dieses abgeschlossen sei, dürften wieder Fässer abgestapelt werden.


Unter https://www.odlonlinebs.nlwkn.niedersachsen.de/EZN/Leese sind Daten der Strahlenbelastung einsehbar.

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Erstellt:
27. Oktober 2020, 17:13 Uhr
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