Die Initiatoren der neuen Attac-Gruppe.

Die Initiatoren der neuen Attac-Gruppe.

08.02.2015

Attac-Regionalgruppe gegründet

Nächstes Treffen am 19. Februar im Kulturwerk / Weitere Interessierte willkommen

Nienburg. Etwa 50 Bürgerinnen und Bürger aus Stadt und Landkreis hatten sich auf Einladung der attac-Initiative zu einer Informations- und Gründungsveranstaltung mit Jutta Sundermann vom globalisierungskritischen Attac-Netzwerk Deutschland im Kulturwerk Nienburg eingefunden. Nach einem engagierten Vortrag der Attac-Mitbegünderin konnten die Initiatoren Beate Kasper und Wolfgang Kopf den Beitritt von etwa 25 Anwesenden und damit die Gründung der Attac-Regionalgruppe Nienburg bekanntgeben. Zuvor hatte Jutta Sundermann, die im Jahr 2000 den deutschen Attac-Ableger mit inzwischen etwa 25 000 Mitgliedern und 200 Regionalgruppen mitbegründete, das in 50 Staaten agierende weltweite Netzwerk vorgestellt. Ihr eigenes Motiv war die „ökonomische Alphabetisierung“, die Aneignung von Kompetenz zum internationalen Finanzmarksystem, das – so die Referentin – „unser Leben immer stärker dominiert und dem wir uns bislang unwissend und damit ohnmächtig ausgeliefert fühlten“.

Seit der Gründung hat Attac einige prominente Mitglieder wie den ehemaligen CDU-Generalsekretär Heiner Geißler gewinnen können und arbeitet mit vielen Kooperationspartnern zusammen wie Verdi, BUND, Pax Christi, IPPNW, Naturfreunde, Grüne Jugend, Mehr Demokratie.

Zum Profil basisnaher, demokratischer Bildungs- und Aktvisierungsprozesse bei Attac nannte Jutta Sundermann zunächst aufklärende Expertisen, Seminare und Workshops, dann aktuelle Kampagnen und kreative Protestaktionen wie die zu Steueroasen/Konzernbesteuerung, zum ethischen „Bankwechsel jetzt“, zum UmFairteilen und zum Freihandelsabkommen CETA und TTIP. Sie lud zur bundesweiten Sommerakademie im August und zur Aktionsakademie vom 13. bis 17.Mai in Felsberg bei Kassel ein: „Kreativen Protest lernen und erleben“.

Ein Grußwort von Rolf Rebenstorff von der benachbarten Attac-Regional-Gruppe Syke-Diepholz leitete zum ortsbezogenen Teil über. Aus der Versammlung heraus wurden eine Vielzahl von Ideen und Vorschlägen für künftige Aktivitäten der neuen Regionalgruppe genannt: TTIP und TTIP-freie Kommune, Rekommunalisierung der Grundversorgung, Krankenhauswesen, Massentierhaltung, Fracking, Bankenwechsel, Globalisierung und Krieg/Auslandseinsätze, Weserversalzung und einiges mehr. Jutta Sundermann kommentierte: „Eine Agenda für zehn Jahre.“

Beim nächsten öffentlichen Treffen der Regionalgruppe Nienburg am Donnerstag, dem 19. Februar, um 19.30 Uhr wiederum im Nienburger Kulturwerk sollen Prioritäten und mögliche Projektgruppen für erste Vorhaben beraten und Organisationsstrukturen abgestimmt werden. DH

Dazu sind neben den Mitgliedern auch weitere Interessierte vielmals willkommen.

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Erstellt:
8. Februar 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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