„Mein erster Eindruck von Indien war so, wie man es sich häufig vorstellt: laut, bunt, aufregend, voller Menschen und Kühe“, erinnert sich Steffen Griebe, Lehrer an der Albert-Schweitzer-Schule Nienburg. Doch schnell wurde deutlich, dass Indien so viel mehr ausmacht als diese ersten Eindrücke. ASS Nienburg

„Mein erster Eindruck von Indien war so, wie man es sich häufig vorstellt: laut, bunt, aufregend, voller Menschen und Kühe“, erinnert sich Steffen Griebe, Lehrer an der Albert-Schweitzer-Schule Nienburg. Doch schnell wurde deutlich, dass Indien so viel mehr ausmacht als diese ersten Eindrücke. ASS Nienburg

Nienburg 24.11.2018 Von Die Harke

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ASS-Delegation besuchte Partnerschule in Südindien / Indienabend für alle Interessierten am 30. November

„Mein erster Eindruck von Indien war so, wie man es sich häufig vorstellt: laut, bunt, aufregend, voller Menschen und Kühe“, erinnert sich Steffen Griebe, Lehrer an der Albert-Schweitzer-Schule Nienburg. Doch schnell wurde deutlich, dass Indien so viel mehr ausmacht als diese ersten Eindrücke.

Steffen Griebe war Teilnehmer einer 16-köpfigen Reisegruppe, die sich in den niedersächsischen Herbstferien auf den Weg nach Südindien machte. Dort liegt die Partnerschule der ASS, die Dr. Arulappa Higher Secondary School im südindischen Neerpair. Unterwegs waren nicht nur ehemalige und aktuelle Kolleginnen und Kollegen nebst Ehepartnern und Kindern. Auch der Schulleiter der ASS, Dr. Ralf Weghöft, ließ es sich nicht nehmen, noch einmal die langjährigen Partner vor Ort, Father John Suresh und Mrs. Nandhini Krishnan, zu besuchen.

Der Fokus dieser Reise lag auf den vielfältigen Begegnungen mit den Menschen vor Ort. Die Gastgeber der Reisegruppe hatten ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt, dessen Bausteine sich auf mehrere Tage verteilten. So waren Gastreferenten eingeladen, die den deutschen Gästen die verschiedensten Aspekte der indischen Gesellschaft genauer erklärten, und Freunde engagiert, die die Reisegruppe in Kleingruppen durch ihre Heimatdörfer führten. Besuche in verschiedenen Schulen in der Umgebung gewährten den Besuchern einen facettenreichen Einblick in das indische Schulsystem. Die Unterschiede zwischen der im ländlichen Raum gelegenen Partnerschule der Albert-Schweitzer-Schule und der International Gateway School im Süden von Chennai waren doch beträchtlich.

Eindeutiger Höhepunkt des Programms war jedoch ein zweitägiges Austauschprogramm mit Lehrerinnen und Lehrern von verschiedenen Schulen. Gerade in diesen persönlichen Kontakten konnten die Nienburger sehr viel über das alltägliche Leben der Menschen erfahren.

Ein äußerst interessanter Vortrag über die Situation der Frau in Indien, den Nandhini Krishnan selbst hielt, machte deutlich, wie wertvoll das Engagement der langjährigen Partner der ASS nicht nur für die Schule, sondern auch für bestimmte Personengruppen war und ist.

„Durch die Begegnung mit all diesen Menschen haben wir auch die eher unbekannte Seite Indiens kennen gelernt, das Leben der Dalits – der Kastenlosen in Indien“, hebt Andrea Schulte-in-den-Bäumen, Lehrerin an der ASS, hervor. Diese Menschen würden in der indischen Gesellschaft nach wie vor nicht gehört und nicht gesehen. Sie seien in der Gesellschaft auch heute noch häufig Diskriminierungen ausgesetzt oder gar Opfer von Verbrechen, die nicht aufgeklärt, geschweige denn bestraft würden. Obwohl die Dalits 20 bis 30 Prozent der indischen Bevölkerung ausmachten, würden sie politisch unterdrückt, so Schulte-in-den-Bäumen.

Dies sei auch der Grund, warum ihre Probleme weltweit unsichtbar blieben. „Hierzulande ist Mahatma Gandhi vielen ein Begriff. Jedoch kennt kaum jemand seinen politischen Gegenspieler Dr. B.R. Ambedkar, der die Gleichberechtigung aller Menschen in der indischen Verfassung verankerte und daher von den Dalits sehr verehrt wird“, berichtet Hilde Munk, ebenfalls Lehrerin an der ASS. In Deutschland lese man gelegentlich von Vergewaltigungen in Indien – die Berichte, die groß durch die Medien gehen, beträfen aber ausnahmslos Frauen höherer Kasten. Von den alltäglichen Demütigungen und sexueller Gewalt jeder Art gegenüber Dalit-Frauen höre man hier jedoch so gut wie nichts, weil diese Taten, so Munk, in Indien als unbedeutend gelten.

Natürlich standen auch touristische Ziele auf dem Programm. So erkundete die Gruppe die Felsenreliefs und Tempel des UNESCO-Weltkulturerbeortes Mahaballipuram, die ehemalige französische Kolonialstadt Pondicherry und die Millionenstadt Chennai. Besonders beeindruckend war dort ein Besuch der St. Thomas-Kathedrale, in deren Katakomben das Grab des Heiligen Thomas liegt.

Mit vielen Erlebnissen und Eindrücken kehrte die Reisegruppe zurück und lädt nun alle Interessierten vielmals zum Indienabend am Freitag, dem 30. November, in das Gebäude der Albert-Schweitzer-Schule am Nordertorstriftweg 22 ein. Ab 17 Uhr warten ein Basar und indische Speisen auf die Gäste, bevor um 17.30 Uhr der Reisebericht mit Bildern startet.

Eine Schule in Indien. ASS Nienburg

Eine Schule in Indien. ASS Nienburg

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Erstellt:
24. November 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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