Arne Hildebrandt DH

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Nienburg 21.11.2016 Von Arne Hildebrandt

Auch sonntags öffnen

Bäcker durften sonntags keine frischen Brötchen verkaufen, und Supermärkte hatten alltags pünktlich um 18.30 Uhr zu schließen. Vor 20 Jahren, am 1. November 1996, wurde in Deutschland das Ladenschlussgesetz gelockert. Bis dahin war es strikt und wenig verbraucherfreundlich. Wer kann sich heute noch vorstellen, dass sonnabends der Einkauf bis 13 Uhr erledigt sein musste? Denn dann machten die Läden zu, obwohl sie sogar bis 14 Uhr geöffnet sein durften. Wer sich bis dahin nicht mit Lebensmitteln eingedeckt oder im Baumarkt alles besorgt hatte, was man am Wochenende zum Werkeln brauchte, ging leer aus.

Am späten Sonnabendnachmittag in Ruhe einen Fernseher kaufen? Fehlanzeige. Der Radio- und Fernsehladen war zu. Ab nun durften die Geschäfte immerhin bis 20 Uhr öffnen, sonnabends bis 16 Uhr. Der Lange Donnerstag war ein Vorstoß zur Lockerung des Ladenschlussgesetzes. Am 5. Oktober 1989 fand der erste sogenannte „lange Donnerstag“ statt. Die Geschäfte durften nun an Donnerstagen bis 20.30 Uhr öffnen.

Umgangssprachlich wurde dieser Tag von den betroffenen Mitarbeitern oft als „Schlado“ bezeichnet: „Scheiß langer Donnerstag“. Heute dürfen die Geschäfte bis auf sonntags rund um die Uhr öffnen. Doch kaum ein Händler macht davon Gebrauch.

Jetzt geht es um mehr verkaufsoffene Sonntage. Zehn sollen es im Jahr sein. Zurzeit sind in Niedersachsen nur vier erlaubt. Die Frage ist, warum gibt man die Öffnungszeiten nicht auch für Sonntage frei? Das heißt ja nicht, dass man öffnen muss. Es muss sich auch lohnen. Der Markt entscheidet.

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Erstellt:
21. November 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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