René Rast landete bei den beiden Finalrennen der Formel E auf dem ehemaligen Flughafen Berlin Tempelhof zweimal auf Rang neun.  Foto: Audi Media

René Rast landete bei den beiden Finalrennen der Formel E auf dem ehemaligen Flughafen Berlin Tempelhof zweimal auf Rang neun. Foto: Audi Media

Berlin 15.08.2021 Von Die Harke

Audi verabschiedet sich von der elektischen Rennserie

Motorsport: Zweimal Platz neun zum Abschluss für René Rast

Mit einem Sieg beim Finale in Berlin Tempelhof hat Audi Sport sein offizielles Engagement in der Formel-E-Weltmeisterschaft beendet. Mit der Rallye Dakar wartet bereits das nächste elektrifizierende Projekt auf die Mannschaft um Julius Seebach. „Thank you Formula E, it’s been electrifying!“, stand auf dem Halo-System der beiden Audi e-tron FE07 von Lucas di Grassi und dem Steyerberger René Rast – eine Botschaft an die Organisatoren und Fans der ersten Weltmeisterschaft für elektrisch angetriebene Rennwagen, die am 13. September 2014 in Peking mit einem Sieg von Lucas di Grassi startete.

Nyck de Vries ist Weltmeister

Eben jener Lucas di Grassi gewann am Samstag in Berlin auch das erste der beiden Finalrennen von Saison sieben, Rast wurder Neunter. Mit seinem insgesamt zwölften Sieg in der Elektrorennserie wahrte der Brasilianer nicht nur bis zuletzt seine Chancen auf den Gewinn des WM-Titels. Er sorgte auch für viele feuchte Augen im erfolgreichsten Team der Formel-E-Geschichte. Am Sonntag wurde Rast ebenfalls Neunter und di Grassi 20.

Erster Formel E-Weltmeister wurde am Sonntag Mercedes-Pilot Nyck de Vries. Lucas di Grassi und René Rast beendeten die Saison auf den Plätzen sieben und 13 der Fahrerwertung. In der Teamwertung belegte Audi Sport ABT Schaeffler den vierten Platz.

Mit einem leichten Grinsen verabschiedet sich der Steyerberger René Rast von der Formel E. In welcher Rennserie es für ihn weitergeht, steht noch nicht fest. Foto: Audi Media

Mit einem leichten Grinsen verabschiedet sich der Steyerberger René Rast von der Formel E. In welcher Rennserie es für ihn weitergeht, steht noch nicht fest. Foto: Audi Media

„Es war ein sehr emotionales Wochenende“, sagte Lucas di Grassi. „In sieben Jahren haben wir mit Audi Sport, ABT und Schaeffler extrem viel erreicht. Dass diese erfolgreiche Partnerschaft nun zu Ende geht, ist sehr schade.“ Julius Seebach, Geschäftsführer der Audi Sport GmbH und für den Motorsport bei Audi verantwortlich: „Audi war der erste deutsche Automobilhersteller, der sich werkseitig in der Formel E engagiert hat. Audi Sport ABT Schaeffler ist das erfolgreichste Team in der Formel E und wir waren ein Pionier in dieser Rennserie. Nun wartet eine der größten Herausforderungen, die es im Motorsport gibt, auf uns: die Rallye Dakar.“

Audi blickt auf eine gute Saison

Mit seinem Audi feierte Lucas di Grassi in dieser Saison Siege in Puebla (Mexiko) und Berlin (Deutschland). Teamkollege René Rast sorgte in Mittelamerika für einen Doppelsieg des Teams Audi Sport ABT Schaeffler. Der Steyerberger holte 2021 sechsmal den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde – damit war der Formel-E-Rookie in dieser Disziplin der mit Abstand erfolgreichste Fahrer des Jahres. „Unsere größte Stärke in diesem Jahr war ganz sicher die Effizienz des Antriebs im Rennen“, sagte Allan McNish, Teamchef von Audi Sport ABT Schaeffler. „Lucas und René haben die Fans mit zwei Siegen, dem Doppelsieg in Mexiko und Aufholjagden begeistert. Es war eine unglaublich enge Saison mit harten Kämpfen auf der Strecke. Jeder in der Mannschaft kann extrem stolz auf das sein, was wir gemeinsam erreicht haben. Es war eine fantastische Reise.“

Nach sieben Jahren ist Audi Sport ABT Schaeffler das erfolgreichste Team der Formel E. 1380 Punkte sammelte die Mannschaft in 84 Rennen. 14 Siege und 47 Podiumsplatzierungen gehen auf das Konto des Teams. Lucas di Grassi gewann in der Saison 2016/2017 den Fahrertitel. In der ersten Saison als Werksteam holte Audi Sport ABT Schaeffler 2017/2018 auf Anhieb den Teamtitel.

Das Rennen vom SamstagDen Grundstein zum Sieg legte di Grassi am Samstag bereits mit einem starken Qualifying. Von Startplatz drei setzte der Audi-Pilot im Rennen die beiden vor ihm gestarteten DS Techeetah von Jean-Éric Vergne und António Félix da Costa von Anfang an unter Druck, überholte die beiden Formel-E-Champions mit beherzten Manövern und nutzte anschließend seinen „Attack Mode“ genau im richtigen Moment.

Der Steyerberger René Rast wurde am Sonnabend in Berlin Neunter. Foto: Audi Media

Der Steyerberger René Rast wurde am Sonnabend in Berlin Neunter. Foto: Audi Media


Nach 38 Runden überquerte di Grassi die Ziellinie 0,141 Sekunden vor Edoardo Mortara im Mercedes EQ des Venturi-Teams. „Das erste freie Training am Freitag lief nicht optimal“, sagte di Grassi nach seinem zwölften Sieg in der Formel E. „Aber das Team hat über Nacht einen tollen Job gemacht. Das Auto fühlte sich heute fantastisch an. Danke dafür! Nachdem ich die Führung übernommen hatte, ging es darum, Edo hinter mir zu halten. Das war nicht leicht, ich musste bis zur letzten Kurve kämpfen, aber es hat gereicht.“

Auch Teamkollege René Rast begeisterte die Fans auf den Tribünen in Berlin-Tempelhof mit einem beherzten Rennen. Der Deutsche fiel in der Startrunde auf Position 15 zurück, nutzte anschließend aber seinen „Attack Mode“ besonders effektiv und sorgte kurzfristig sogar für eine Audi-Doppelführung. „Es ging gut nach vorn“, sagte der Steyerberger. „Aber natürlich war mir klar, dass ich die Position nicht verteidigen kann, wenn die anderen Fahrer den ‚Attack Mode‘ einsetzen. Es wäre ein besseres Ergebnis möglich gewesen, wenn ich an Lucas vorbeigekommen wäre.“ So wurde es ein neunter Platz. Zudem holte Rast einmal mehr den Zusatzpunkt für die schnellste Runde. „Es war ein fantastisches Rennen für Audi“, sagte Teamchef Allan McNish. „Lucas und René sind beide großartig gefahren.“

Das Rennen vom Sonntag

Enttäuschend verlief für das Team der letzte Renntag in der Formel E: René Rast startete aus der Boxengasse und kämpfte sich noch auf Rang neun nach vorn. Lucas di Grassi wurde nach einer Durchfahrtstrafe 20. „Im Qualifying fehlte mir eine Zehntelsekunde zur Super Pole“, sagte di Grassi. Statt um die Pole-Position zu kämpfen, fand sich der Brasilianer auf Startplatz 17 wieder. „In der Formel E geht es immer eng zu – aber so eng war es gefühlt noch nie.“

Zum Artikel

Erstellt:
15. August 2021, 21:52 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 46sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.