In lockerer Atmosphäre erfahren die Soldaten sehr viele Details über den Islam. Nienburgs Imam Mehmet Siddik Simsek vermittelt ein Bild seiner Gemeinde und beantwortet geduldig die Fragen der Gruppe. Weiser/ZentrZMZBw

In lockerer Atmosphäre erfahren die Soldaten sehr viele Details über den Islam. Nienburgs Imam Mehmet Siddik Simsek vermittelt ein Bild seiner Gemeinde und beantwortet geduldig die Fragen der Gruppe. Weiser/ZentrZMZBw

Nienburg 17.02.2017 Von Die Harke

Auf Tuchfühlung mit dem Islam

Interkultureller Austausch in Nienburg: Soldatinnen und Soldaten besuchen die Nienburger Moschee

Es ist noch kein alltägliches Bild, wenn sich Soldatinnen und Soldaten in Uniformen rund um das Minarett einer Moschee in Deutschland versammeln, um dann mit dem Imam und weiteren Vertretern der islamischen Gemeinde während eines Glases Tee den Gedankenaustausch zu führen. „Doch es ist ein normales aufeinander Zugehen, wenn die Soldaten des Zentrums Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr die Nienburger Moschee des Vereins Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion besuchen“, heißt es in einer Pressemitteilung des ZMZ.

Kürzlich trafen sich die Bundeswehrkräfte mit den Vertretern der DITIB-Gemeinde Nienburg und der [DATENBANK=2783]Integrationsbeauftragten des Landkreis, Nazli Bayrak[/DATENBANK], zu einem ungezwungenen Informations- und Gedankenaustausch in der Moschee an der Verdener Landstraße. „Neben allgemeinen Tagesproblemen wurde über den Islam und das Leben in und mit dieser Religion gesprochen, über Berührungspunkte in der Gesellschaft, Vorurteile und den Glauben im Allgemeinen“, wird weiter berichtet.

Freundlich seien die Soldaten in Empfang genommen worden und wurden mit den ersten Gepflogenheiten vertraut gemacht. „Sie müssen bitte alle vor dem Betreten des Gebetsraums ihre Stiefel ausziehen“, erklärte der Vorsitzende der Gemeinde, Muhammet Ali Baykus.

Im Innenraum angekommen begann der spannende Abschnitt. Nazli Bayrak erzählte von den Gebetsabläufen und den muslimischen Traditionen. Lebhaft wurden der Ausbildungsgruppe die Traditionen des Islams erläutert und die wesentlichen Grundlagen des Glaubens erklärt.

Im Anschluss gab es noch einen Austausch bei Tee und Gebäck im Gemeinschafts- und Sozialraum der Moschee. Das war die Gelegenheit, um Fragen loszuwerden und miteinander ins Gespräch zu kommen. Alle waren sich einig: „Das ist eine tolle Sache und sollte fortgesetzt werden. Der Besuch der 51174 bildete den Höhepunkt einer interkulturellen Ausbildungswoche der Nienburger ZMZ Soldaten.“

Die Aufgabe der Soldatinnen und Soldaten aus Nienburg ist es, bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr als Bindeglied zwischen dem militärischen und zivilen Umfeld zu wirken. „Dabei treffen nicht selten verschiedene kulturelle Welten aufeinander. Der respektvolle Umgang und das Wissen um Traditionen und Werte ist dabei der Schlüssel für eine erfolgreiche, vertrauensvolle und gewinnbringende Zusammenarbeit in einem Einsatzland“, schreibt das ZMZ.

nicht hinter dem Kasernenzaun zu verstecken

Die Vorbereitung auf diese Einsätze beginne schon frühzeitig zu Hause in Deutschland. „Sich dabei nicht hinter dem Kasernenzaun zu verstecken und offen auf andere Kulturkreise zuzugehen, gehört natürlich auch zum Handwerkszeug der Nienburger Soldaten im Spezialgebiet der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit“, wird Kapitänleutnant Eren als Durchführender der Ausbildung zitiert.

Die Kooperation mit zivilen Einrichtungen, Organisationen und auch der lokalen Bevölkerung zähle zu den Kernaufgaben der Spezialisten für zivil-militärische Zusammenarbeit. „Insbesondere in den Auslandseinsätzen trifft man dabei auf Menschen unterschiedlicher Herkunft mit verschiedensten Wertvorstellungen und Lebensweisen. Die Kommunikation ist nicht immer einfach und erfordert ein besonderes Fingerspitzengefühl im zwischenmenschlichen Umgang.“

Um diese Fähigkeit zu trainieren, bilden die Soldaten der Abteilung „Einsatz“ des Zentrums ZMZ sich regelmäßig weiter und setzen sich mit den kulturellen Unterschieden auseinander, um sich bestmöglich auf einen Einsatz vorzubereiten. „Der Besuch in einer Moschee war dabei nur ein kleiner Baustein.“

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Erstellt:
17. Februar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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