Fabian, Heinz und Felix Bauerschäfer, die in Nienburg ein Unternehmen für Arbeitsschutz haben, sehen für Krankenhäuser, Kindertagesstätten, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen, in denen Hygienemittel zum Einsatz kommen, keinen Engpass. Foto: Brosch

Fabian, Heinz und Felix Bauerschäfer, die in Nienburg ein Unternehmen für Arbeitsschutz haben, sehen für Krankenhäuser, Kindertagesstätten, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen, in denen Hygienemittel zum Einsatz kommen, keinen Engpass. Foto: Brosch

Nienburg 07.03.2020 Von Matthias Brosch

Auf Zertifizierung achten

Nienburger Unternehmen für Arbeitsschutz warnt vor Käufen im Internet

Während Desinfektionsmittel in Apotheken im Landkreis am gestrigen Freitag teilweise ausverkauft waren, sieht Heinz Bauerschäfer aus Nienburg keinen Grund zur Sorge für die Bevölkerung. Einen Engpass für Krankenhäuser, Kindertagesstätten, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen, in denen Hygienemittel zum Einsatz kommen, befürchtet er nicht.

„Wir haben ein zugelassenes Produkt, das Lager ist voll, und es gibt momentan keine Lieferschwierigkeiten“, sagt der Vertriebsleiter des familiengeführten Unternehmens „Industrie und Werkstatttechnik-Nord (IW-Nord), das seit fünf Jahren existiert und mit Werkzeugen, Arbeitsschutz, Chemie und technischem Zubehör für Werkstätten, Landwirtschaft, Dachdeckereien, Metallbauer- und Kfz-Betriebe handelt.

Zusammen mit seinen Söhnen Fabian (Geschäftsführer) und Felix (Mediendesigner) ist Heinz Bauerschäfer, der vorher in Rehburg wohnte, als eigenständige Firma am Markt. Derzeit beobachten sie eine extrem gestiegene Nachfrage nach Schutzartikeln, was bei ihnen durchaus Verwunderung hervorruft: „Warum keine Vollschutzanzüge zu bekommen sind, ist mir schon ein Rätsel. Und ich denke: Wir haben den Höhepunkt der Corona-Panik noch gar nicht erreicht“, sagt der Vater. Sorgen bereiten ihm in diesem Hinblick die Angebote im Internet, wo die Ware mit viel zu hohen Preisen und ohne Zertifizierung angeboten wird. „Wenn das in Kinderhände kommt, wäre es schlimm.“ Einige Händler beim Online-Auktionator Ebay wurden aus Wettbewerbsgründen bereits gemeldet.

Warum keine Vollschutzanzüge zu bekommen sind, ist mir schon ein Rätsel. Und ich denke: Wir haben den Höhepunkt der Corona-Panik noch gar nicht erreicht.

Heinz Bauerschäfer

Die IW-Nord musste ihr Produkt „Alphasept M“, das eine virustötende Wirkung besitzt, nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen um drei Euro teurer anbieten. Ein halber Liter kostet nun 14,90 Euro. Das in Bielefeld hergestellte Mittel wird am Firmensitz am Rehmenweg jedoch nicht an Privatpersonen verkauft. „Unsere Kunden sind das Gewerbe und öffentliche Einrichtungen, schließlich wird ein Sachkundenachweis benötigt, damit unsere Hand- und Flächendesinfektion richtig angewendet wird“, sagt Fabian Bauerschäfer.

Dass habe nichts mit der Gefährlichkeit zu tun, sondern mit den gesetztlichen Auflagen. „Wir könnten unser Produkt auch in größeren Mengen zum Beispiel an Apotheken liefern, die es dann abfüllen und unter ihrem Namen verkaufen könnten“, sagt Heinz Bauerschäfer. Zuletzt stieg der Bedarf beim Firmen – etwa auch Autohäusern, die ihre Fahrzeugausstellungen einer immer gründlicheren Hygiene unterziehen.

Weitere Informationen unter www.iw-nord.de.

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Erstellt:
7. März 2020, 20:05 Uhr
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