Björn Lindemann freut sich mit seiner Frau Nuraleila und Töchterchen Lea über das entspannte Leben auf dem Dorf und auf das erste gemeinsame Weihnachtsfest in Deutschland. Nußbaum

Björn Lindemann freut sich mit seiner Frau Nuraleila und Töchterchen Lea über das entspannte Leben auf dem Dorf und auf das erste gemeinsame Weihnachtsfest in Deutschland. Nußbaum

Münchehagen 16.12.2017 Von Helge Nußbaum

„Auf dem Dorf ist alles entspannt“

Fußballprofi Björn Lindemann freut sich auf das erste gemeinsame Weihnachten mit der Familie in Deutschland

„Jeder kennt hier jeden und wir sind sehr herzlich empfangen worden.“ Nuraleila Lindemann, die thailändische Frau von Fußballprofi [DATENBANK=1868]Björn Lindemann[/DATENBANK], ist seit Ende Oktober endlich mit der gemeinsamen Tochter Lea in Münchehagen angekommen. Zwei lange Monate musste sie auf ihr Visum warten. Nun ist die Familie wieder vereint und erlebt ihr erstes gemeinsames Weihnachten in Deutschland. „Lea hat ganz schön gestaunt, als sie das erste Mal Schnee gesehen hat vergangene Woche“, freut sich Papa Björn, „es ist einfach gut, dass wir jetzt alle hier zusammen sind und uns langsam einleben.“ Fünfeinhalb Jahre kehrte Lindemann Deutschland den Rücken, spielte in der thailändischen Profiliga, genoss nebenbei das herrliche Wetter und die Strände des Urlaubslandes.

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Seitdem der 33-Jährige für die Germanen spielt, läuft es dort immer besser, mittlerweile steht Egestorf mit 27 Punkten auf Rang sieben. Mit dem Abstieg wird das Team in dieser Saison nichts mehr zu tun haben. Ein Tor erzielte der Mittelfeldmann zwar noch nicht, aber seit dem siebtenSpieltag absolvierte er alle zehn Spiele, zuletzt auch jedes von Beginn, 534 Einsatminuten stehen bisher zu Buche. „An das Wetter habe ich mich aber noch nicht wieder gewöhnt, im Moment hab ich nur mit Sturmmaske trainiert, es ist mir einfach zu kalt. Wenn es wenigstens dauerhaft schneien würde, aber dieser Dauerregen nervt.“

Seine Frau Nuraleila kennt das Wetter bereits aus der Vergangenheit. 2009 und 2010 absolvierte sie ein Studienaustauschjahr in Darmstadt. „Das Wetter ist okay, ich finde die Kälte gar nicht schlecht. Man weiß bloß immer nicht, was man anziehen soll. Vor allem muss man immer so viel anziehen.“ Deutsch versteht die Thailänderin schon erstaunlich gut, das Sprechen fällt ihr allerdings noch schwer. „Ich werde bald Deutschkurse belegen, auch um hier Arbeit zu finden. Im Moment ist Lea aber noch klein und mit Englisch komme ich meist auch gut weiter.“

Im frisch renovierten Dachgeschoss des elterlichen Hauses im Südkreis hat es sich die kleine Familie gemütlich gemacht und überall kleben kleine Zettel an den Gegenständen mit deutscher Beschriftung. Björn Lindemann: „Wir haben die Sachen alle mit der jeweiligen Bezeichnung versehen, so lernt Nuraleila die Wörter schneller.“ Weihnachten und einen Weihnachtsbaum kennt die Thailänderin hingegen nur aus dem Shoppingcenter in Thailand. „Wir feiern eigentlich kein Weihnachten. Bäume stehen bei uns nur in den Shoppingcentern für die Touristen. Ich mag es trotzdem.“

Zurzeit muss Lindemann noch einige Sachen für seine Frau und seine Tochter erledigen. „Kindergeld und Erziehungsgeld haben wir beantragt, die Krankenversicherung gestaltet sich allerdings am schwierigsten. An die deutsche Bürokratie muss man sich erstmal wieder gewöhnen, aber da muss ja jeder durch.“

Das deutsche Visum für Nuraleila gilt nun drei Jahre, danach oder währenddessen möchte sie die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen, aber erstmal steht nun das erste gemeinsame Weihnachtsfest mit der ganzen Familie auf dem Plan. „Mit Schnee wäre es am Schönsten“, ist sich das sonnenverwöhnte Ehepaar einig.

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Erstellt:
16. Dezember 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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