Große Freude zum Ende der Veranstaltung: Dinah Stollwerck-Bauer, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, übergab einen Förderbescheid an die vier Landkreise. Foto: Schneiders

Große Freude zum Ende der Veranstaltung: Dinah Stollwerck-Bauer, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, übergab einen Förderbescheid an die vier Landkreise. Foto: Schneiders

Landkreis 11.12.2019 Von Die Harke

Auf dem Weg zur SMART-Region

Tagung an der Hochschule Weserbergland

Seit November 2018 arbeiten die vier Landkreise Nienburg, Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Holzminden gemeinsam mit der Hochschule Weserbergland (HSW) an der Umsetzung einer digitalen Verwaltung.
Nun fand die Abschlusstagung der Projektphase 0 des Projekts „SMART-Region Weserberglandplus“ an der Hochschule Weserbergland statt.

Den Auftakt machte Hochschulpräsident Professor Dr. Hans Ludwig Meyer. Seine Hochschule war es, die Ende 2018 als Partner der vier REK-Landkreise durch das Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten einen Förderbescheid für das Projekt erhielt.

Besserer Zugang zu kommunalen Dienstleistungen

Hintergrund des Projekts ist es den Bürgerinnen und Bürgern einen besseren Zugang zu kommunalen Dienstleistungen zu verschaffen. Dazu sollte zunächst ein Netzwerk aufgebaut, eine Status quo Analyse durchgeführt und geeigneten dezentralen Projekten in den Landkreisen identifiziert werden.

„Das Projekt ist erst der Anfang, und wir hoffen auf eine Fortführung“, sagte Meyer, der gemeinsam mit seinem Team im vergangenen Jahr Kultur- als auch Prozess-Checks in den vier Landkreisen durchgeführt und Verwaltungsmitarbeiter qualifiziert hat.

Darüber hinaus wurden mögliche gemeinsame Projekte aus dem Katalog zum Online-Zugangs-Gesetz (OZG) in Niedersachsen besprochen. „Allen Beteiligten ist dabei schnell klar gewesen, dass die vor ihnen liegenden Aufgaben kooperativ und interkommunal am besten zu bewältigen sind. Wir können inzwischen von einer Innovationscommunity sprechen“, sagte der Hochschulpräsident.

Was ist digitalisierbar und welche Vorteile gibt es

Auf dem Programm zur Tagung standen zudem Fachvorträge. Professor Dr. Peter Daiser, Professor für E-Government und Digitale Transformation der Kommunalen Hochschule für Verwaltung in Niedersachsen, machte in seinem Vortrag deutlich, dass es heute nicht darum gehe, Ressourcen zu besitzen, sondern vielmehr darum, sie auch entsprechend zu verwalten.

„Es gibt kaum einen Bereich, in dem Prozesse und Werte länger bestehen als in der Verwaltung. Das macht es nicht gerade einfach“, erklärte Daiser. Dennoch müsse man auch hier der Frage nachgehen, ob Leistungen digitalisierbar sind und welchen Mehrwert eine Digitalisierung für den jeweiligen Nutzer hat. „Dies alles funktioniert aber nur, wenn sich auch die Werte in der Verwaltung selbst ändern und die Bereitschaft zur Veränderung besteht“.

Rolf Hoppe, Programmleiter der Digitalen Verwaltung Niedersachsen im niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, berichtete über den aktuellen Stand der Umsetzung des OZG durch das Land, die Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern und stellte einige bereits auf den Weg gebrachte Digitalisierungsprojekte vor. Gleichzeitig betonte er, dass es an Unterstützung nicht fehlen wird.

Nicht auf große Modernisierung warten, selbst aktiv werden

Dem schloss sich auch Stefan Domanske, Referent für Digitalisierung im Niedersächsischen Landkreistag, an. Direkt zu Beginn seines Vortrages betonte er, dass das Bewusstsein, Veränderungen zu schaffen, in Behörden nach wie vor nur ansatzweise vorhanden ist, aber „nicht jeder soll das Rad neu erfinden. Hören Sie auf, auf Fachkräfte zu warten, die alles können und fangen Sie lieber mit kleinen, internen Modernisierungsprojekten an. Warten Sie nicht, starten Sie“, meinte der Fachmann.

Lob und Anerkennung gab es schließlich am Ende der Tagung, die bei den rund siebzig Teilnehmern sehr gut ankam. Dinah Stollwerck-Bauer, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, übergab einen Förderbescheid über 80.000 Euro an die vier Landkreise der REK Weserberglandplus.

„Sie wollen Beispiel und Vorbild sein. Gemeinsam tun Sie dies bereits. Das gute Zusammenspiel ihrer vier Landkreise ist beispielhaft. Die Frage starten oder warten haben Sie für mich, gemeinsam mit der HSW, schon längst beantwortet und sind damit weit über Phase 0 hinaus“,begründete sie. Der nun überreichte Förderbescheid solle der Entwicklung einer gemeinsamen Digitalisierungsstrategie dienen.

Dem schloss sich schließlich auch Detlev Kohlmeier, Landrat des Landkreises Nienburg, als Sprecher der REK an: „Wir sind vor zwei Jahren mit vielen Fragen gestartet und haben versucht unser Anliegen zu formulieren und zu beschreiben. Wir sind das Thema gemeinsam angegangen und wollen an der Kultur in unseren Häusern arbeiten. Ich denke spätestens heute wissen wir warum und ich hoffe, dass wir weiterhin gemeinsam erfolgreich sind.“

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Erstellt:
11. Dezember 2019, 18:25 Uhr
Lesedauer:
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