Schulleiter Dr. Wegener und PPP-Stipendiat Paul-Jasper Beck vor Paul-Jaspers deutscher Heimatschule, der Albert-Schweitzer-Schule - bald wird er für ein Jahr eine amerikanische High School besuchen. Foto: Volkhausen

Schulleiter Dr. Wegener und PPP-Stipendiat Paul-Jasper Beck vor Paul-Jaspers deutscher Heimatschule, der Albert-Schweitzer-Schule - bald wird er für ein Jahr eine amerikanische High School besuchen. Foto: Volkhausen

Nienburg 24.07.2021 Von Die Harke

Auf den „American way of life“

PPP-Stipendiat Paul-Jasper Beck von der ASS wird Juniorbotschafter in den USA

Als Gastschüler und Juniorbotschafter wird Paul-Jasper Beck ein Jahr in den Vereinigten Staaten von Amerika verbringen. Der Schüler der Nienburger Albert-Schweitzer-Schule fliegt dank „Parlamentarischem Patenschafts-Programm“ in die USA.

„Ich bin ganz besonders gespannt auf die amerikanische Kultur und Geschichte, auf wundervolle Landschaften, auf den ‚American way of life‘“, erklärt Paul-Jasper Beck mit sichtlicher Vorfreude. Und dafür hat er allen Grund. Der Schüler der 11d der Nienburger Albert-Schweitzer-Schule (ASS) ist nämlich Juniorbotschafter des 38. PPP-Durchganges 2021/2022 für die Region Nienburg/Mittelweser und Schaumburg.

PPP, das ist das „Parlamentarisches Patenschafts-Programm“. 1983 gegründet zwischen dem Deutschen Bundestag und dem US-Kongress, ermöglicht es pro Durchgang etwa 350 Schülern, Auszubildenden beziehungsweise jungen Berufstätigen ein Stipendium, das auf diese Weise die USA samt deren politischem System erlebbar macht sowie Gemeinsames und Unterschiedliches aufzeigt. Die Stipendiaten sind während der Austauschzeit in Gastfamilien untergebracht und besuchen eine High School bzw. einen Ausbildungsbetrieb. Ziel ist die Vertiefung der transatlantischen Freundschaft durch interkulturellen Dialog, wodurch Vorurteile abgebaut und persönliche Beziehungen sowie Partnerschaften mit Schulen und Städten gestiftet werden.

Paul-Jaspers Reise wird ihn und die anderen Stipendiaten zunächst für eine Woche nach Washington D.C. führen, wo unter anderem eine Führung durch das amerikanische Kapitol mit dem Senat und dem Repräsentantenhaus auf dem Programm steht. Erst danach trennen sich die Wege der Stipendiaten, denn dann geht die Reise weiter zu Gastfamilie und High School irgendwo in einem der 50 Staaten der USA. Wohin es genau geht, erfahren die Juniorbotschafter erst sehr kurzfristig. Auch Paul-Jasper weiß nicht, wohin es ihn führen wird, findet dies aber auch reizvoll, da es ihm zusätzlich ein Maß an Offenheit abverlangt, vielleicht für den amerikanischen Süden, pulsierende Metropolen an Ost- oder Westküste oder auch die Farm in Nebraska.

„Für mich gibt es vor allem zwei Gründe, den Weg über PPP und kein ,normales‘, kommerzielles Austauschprogramm zu beschreiten. Einmal das Land selbst: Mir ist die transatlantische Freundschaft wichtig, Landschaft, Geschichte und Kultur des Landes. Kurz: Der ‚American way of life‘ mit den Merkmalen Individualismus, Freiheit, Toleranz, Vielfalt und Gemeinschaftsgeist faszinieren mich. Der zweite Grund liegt darin, dass ich neue Leute kennenlernen, meinen Horizont erweitern möchte. Mich beschäftigt etwa, wie Amerikaner wohl mit der Polarisierung innerhalb der Gesellschaft umgehen. Und natürlich: Wie werden Unterschiede überbrückt, wie können Vorurteile abgebaut werden?“, erläutert der Elftklässler.

Als Juniorbotschafter verspricht er sich dabei Einblicke. Schließlich stehen der Besuch politischer Veranstaltungen und Institutionen, Treffen mit Akteuren aus Politik, Zivilgesellschaft und dem Kultursektor auf dem Programm. Zugleich sind diese Juniorbotschafter – wie Austauschschüler überhaupt – Repräsentanten Deutschlands, womöglich ,der oder die Deutsche‘, die das Bild der Deutschen bei Amerikanern wesentlich prägen. Keine kleine Verantwortung.

Natürlich möchte Paul-Jasper auch seine Englischkenntnisse erweitern. Darüber hinaus hat er aber auch die Aufgabe, einen „German Club“ an der High School anzubieten, um Amerikanern die deutsche Sprache, Kultur und Geschichte näherzubringen. Was dort seine Themen wären? Paul-Jasper hat sich da schon Gedanken gemacht: „Natürlich die deutsch-amerikanische Freundschaft – welche Vorteile diese für beide Seiten hätte. Ich habe auch schon bei einem Wochenmarktbesuch Bildmaterial über Nienburg erstellt und würde im ‚German Club‘ ganz sicher Nienburg im Rahmen einer Powerpoint-Präsentation vorstellen.“ Beim „German Club“ für Amerikaner möchte der ASS-Schüler es aber nicht belassen: „Ich möchte gerne auch ein Blog starten für Jugendliche in Deutschland, damit diese ihrerseits auf diese Weise Amerika näher kennenlernen!“

Worauf er ganz besonders gespannt ist? Paul-Jasper hat da eine Prophezeiung eines der Mentoren vom PPP im Gedächtnis: „Ihr werdet ein Jahr älter, aber mindestens zwei Jahre reifer.“ Insofern ist es auch eine Reise, sich selbst neu zu entdecken.

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Erstellt:
24. Juli 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 54sec

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