Wolfgang Battermann (rechts) führte die Landfrauen durch die Synagoge. Sosnitza

Wolfgang Battermann (rechts) führte die Landfrauen durch die Synagoge. Sosnitza

Stolzenau/Petershagen 10.05.2018 Von Die Harke

Auf den Spuren jüdischer Geschichte

Stolzenauer Landfrauen besuchten die Synagoge in Petershagen

Offen gebliebene Fragen aus der Veranstaltung in 2017 führten eine Gruppe der Landfrauen Stolzenau erneut zur „Alten Synagoge“ nach Petershagen. Wolfgang Battermann, ehemaliger Lehrer am örtlichen Gymnasium und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen, erklärte vor dem Gebäude, dass es sich um ein einmaliges Ensemble aus ehemaliger Synagoge, jüdischer Schule und Mikwe, dem jüdischen Ritualbad, handelt.

Nach einem Vortrag über die Rettung des vom verfallbedrohten Gebäudes sowie Einblicken in das Leben der jüdischen Gemeinde, ging es hauptsächlich um Verfolgung der Juden zur Zeit des Nationalsozialismus. Manche Familienglieder reisten rechtzeitig aus, andere blieben in Deutschland. Jüdische Bewohner wurden erniedrigt, enteignet und ihrer Menschenwürde beraubt, bevor sie zur Deportation in ein KZ in ein Judenhaus nahe des Bahnhofs Petershagen gebracht wurden.

Stolpersteine erinnern auch in der Stadt an die Opfer der NS-Zeit. Während Battermanns Vortrag stellten sich die Frauen immer wieder die Frage, ob die Bevölkerung wirklich nichts von den Gräueltaten der Nazis gewusst oder warum man tatenlos zugesehen oder sogar mitgemacht hatte.

Zum Schluss begab sich die Gruppe der Landfrauen zum jüdischen Friedhof und erfuhr, wie in jüdischen Gemeinden Friedhöfe angelegt werden.

Manchmal wurde in den Gesprächen der Teilnehmer der Bogen zur heutigen Zeit gespannt: „Gibt es nicht genügend Parallelen und ohnmächtiges Zuschauen auf Verfolgung auch heute? Noch nie im Weltgeschehen gab es so viele Menschen, gerade Minderheiten, die auf der Flucht sind“, schreiben die Landfrauen abschließend.

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Erstellt:
10. Mai 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 44sec

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