Nikias Schmidetzki DH

Nikias Schmidetzki DH

Landkreis 03.03.2018 Von Nikias Schmidetzki

Aus Rücksicht etwas Vorsicht

An Gartenarbeit war an den verganenen Tagen ohnehin kaum zu denken – sofern man Befreien von Wegen von Schnee und manchmal auch Eis nicht dazu zählt. Aber wer dringend noch schnippeln musste und auch noch etwas härter im Nehmen, der hat die letzten möglichen Tage ausgenutzt. Denn nun wird es schwieriger: Der 1. März ist ein ganz besonderes Datum für den Pflege- und Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern. Denn laut Bundesnaturschutzgesetz beginnt nun die Nist- und Brutzeit für Vögel. Besonders betroffen sind aber vor allen Dingen öffentliche Anlagen und Grünflächen: „In der Zeit vom 1. März bis 30. September sind Fällungen und Schnittmaßnahmen im öffentlichen Raum daher nicht erlaubt, um die Gefiederten nicht beim Nestbau oder bei ihrem Brutgeschäft zu stören“, schreibt der [DATENBANK=4921]NABU[/DATENBANK] (Naturschutzbund Deutschland).

Demnach sind von der Schonzeit alle Bäume, Sträucher, Hecken und weitere Gehölze unabhängig vom Standort betroffen. Doch Ausnahmen bilden insbesondere schonende Form- und Pflegeschnitte, bei denen lediglich der jährliche Zuwachs entfernt wird. Beim Heckenschnitt sollte die Natur dennoch nicht unnötig geschädigt werden.

Genau heißt es in dem seit dem 1. März 2010 gültigen Bundesnaturschutzgesetz: ‚Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.“

Da der Gesetzgeber laut NABU mit ‚gärtnerisch genutzten Grundflächen‘ auch private Haus- und Kleingärten, unabhängig davon ob es sich um Zier- oder Nutzgärten oder um Kleingartenanlagen handelt, meint, gilt: Das Verbot findet für Bäume in privaten Haus- und Kleingärten in Niedersachsen keine Anwendung. Artenschutzrechtliche Regelungen sind jedoch zu beachten.

Der NABU Niedersachsen appelliert daher auch an Gartenbesitzer, Pflegeschnitte möglichst nicht in der Hauptbrutzeit der Vögel von März bis Juni zu erledigen. „In diesem Zeitraum bieten Gebüsche einen optimalen Unterschlupf für Vögel, Säugetiere und Amphibien. Die Tiere ziehen dort ihren Nachwuchs groß, finden darin eine gute Versteckmöglichkeit und ziehen sich im frischen Grün auch mal zum Schlafen zurück“, erläutert der Naturschutzbund.

Allzu lange dürfte es nicht mehr so kalt sein, schon nächste Woche sollen Plusgrade herrschen. Da zieht es viele wieder ins Grün – und zwar möglichst mit Vorsicht.

Schönen Sonntag.

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Erstellt:
3. März 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 14sec

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